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„Den Ruf nach Normalitaet finde ich gar nicht vernuenftig“ / Richard von Weizsaecker in „delta“ zu den deutsch-israelische Beziehungen
Donnerstag, 12. Mai 2005, 21.00 Uhr, 3sat

Mainz (ots)

„Den Ruf nach Normalität finde ich gar nicht
vernünftig, denn die Beziehung zwischen Deutschland und Israel ist
eben doch eine ganz andere“, so der ehemalige Bundespräsident Richard
von Weizsäcker anlässlich des 40. Jahrestages der
deutsch-israelischen Beziehungen am 12. Mai und ihrer Perspektiven in
der 3sat-Sendung „delta“ (Thema: „Der lange Weg der Verständigung –
40 Jahre deutsch- israelische Beziehungen; Sendetermin: Donnerstag,
12. Mai 2005, 21.00 Uhr). 3sat hat die Gesprächsrunde, an der neben
Richard von Weizsäcker der ehemalige Staatspräsident von Israel,
Yitzhak Navon, und die israelische Wissenschaftlerin Fania
Oz-Salzberger teilnahmen, vergangene Woche im Jüdischen Museum Berlin
aufgezeichnet.
Vom Moderator Gert Scobel auf die so genannte „Walser“-Debatte,
die auf die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
1998 folgte, und die Darstellung des Holocausts in den Medien
angesprochen, sagt Yitzhak Navon im Denk-Magazin „delta“: „Vergesst
nie! Es ist sicher nicht angenehm, sich an eine Schuld zu erinnern.
Aber die beste Art, eine schmerzhafte Wunde zu heilen, ist, ihr ins
Angesicht zu schauen. Man muss sich die Geschichte bewusst machen,
Schlussfolgerungen ziehen und verhindern, dass es jemals wieder
geschehen kann. Richard von Weizsäcker: „Wer nicht in der Lage ist,
der Wahrheit ins Auge zu schauen, ist in der Gefahr, zu wiederholen
was passiert ist. Deshalb ist es wichtig, dass junge Leute sehen, was
ihnen zugegebenermaßen schwer fällt zu sehen und zu begreifen.“ Fania
Oz-Salzberger betonte in der Fernsehdiskussion vor allem die
Gemeinsamkeiten zwischen deutscher und israelischer Kultur: „Tel Aviv
könnte eine Tochterstadt von Berlin und in architektonischer Sicht
von Dessau sein. Die junge hebräische Kultur und vor allem das
Rechtssystem ist stark von Deutschland geprägt, man fühlt sich
Deutschland näher als England und den USA. Dass Israel ein
demokratischer Staat mit Gewaltenteilung ist, ist der Übernahme
deutscher Rechtstraditionen zu danken. Was seinerzeit Regierungen
eingeleitet haben, wird jetzt Teil der Gesellschaft, der jungen
Leute. Wir haben uns viel zu erzählen. Der Dialog steht erst am
Anfang.“
3sat zeigt zum 40. Jahrestag am Donnerstag, 12. Mai, um 20.15 Uhr
die Dokumentation „Die Brückenbauer“ in Erstausstrahlung sowie das
Denk-Magazin „delta“ mit Gert Scobel und startet um 22.25 Uhr mit dem
Spielfilm „Das Lied der Sirene“ die Reihe „Neue Filme aus Israel“.
Redaktionshinweis: Fotos von der Aufzeichnung in Berlin und den
weiteren Sendungen erhalten Sie bei der ZDF-Bildbereitstellung unter
http://bilderdienst.zdf.de.
Presse und Öffentlichkeitsarbeit 3sat
Peter Bernhard (06131 – 706261)
Mainz, 10. Mai 2005

Original-Content von: 3sat, übermittelt durch news aktuell

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