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NABU fordert Festschreibung der Mehrwegquote

    Bonn (ots) - Das heutige Angebot der Wirtschaft zum künftigen
Umgang mit Getränkeverpackungen hat der Naturschutzbund NABU als
einen Versuch zur Unterwanderung der Verpackungsverordnung abgelehnt.
"Selbstverpflichtungserklärungen auf dem Gebiet von
Getränkeverpackungen waren bisher das Papier nicht wert, auf dem sie
geschrieben wurden", sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Das
entscheidende Defizit des Angebotes, mit dem die Wirtschaft die vom
Umweltministerium (BMU) vorgeschlagene Pfandregelung abwenden will,
sei das Fehlen jeglicher Sanktionen bei Nichteinhaltung der gegebenen
Versprechen.
    
    Wegen der Unterschreitung der Mehrwegquote im Getränkebereich
sieht ein Vorschlag des BMU vor, dass ab 2002 ein Pfand in Höhe von
50 Pfennig auf alle nicht umweltfreundlichen Getränkeverpackungen wie
Dosen und Einweg-Glas erhoben wird. Die Initiative der Wirtschaft
bietet an, mindesten 23 Mrd. Liter jährlich in ökologisch
vorteilhafte Verpackungen (Mehrweg und Karton) in Verkehr zu bringen.
Dies würde aber nur den derzeit hohen Anteil an Einweg (ca. 32%)
zementieren, so der NABU. Aber auch der Entwurf des BMU sei nicht
einwandfrei. "Das größte Manko ist das Fehlen der ökologischen
Zielgröße", sagte Flasbarth. Bei der Novellierung der
Verpackungsverordnung müsse das Ziel der Verordnung wie bisher in
präzise Zahlen festgeschrieben werden. Als Umweltqualitätsziel muss
nach Auffassung des NABU festgelegt werden, welche Getränkemengen
mindestens in umweltfreundlichen Verpackungen abgefüllt werden
sollen.
    
    Nach Ansicht des NABU könne der Verordnungsentwurf des
Umweltministeriums leicht um die noch fehlende umweltpolitische
Zielgröße nachgebessert werden. Der Vorschlag der Industrie habe
dagegen noch so viele Mängel, dass nur mit sehr viel gutem Willen der
beteiligten Wirtschaftskreise daraus noch ein zielführendes
Instrument entwickelt werden könne. "Es bleibt allerdings fraglich,
wie konstruktiv Vorschläge der Wirtschaft gemeint sind, die vier
Jahre zu spät kommen", so Flasbarth.
    
    
ots Originaltext: NABU Bonn
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NABU-Referentin für Abfallwirtschaft,
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