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NABU

NABU sieht Unabhängigkeit der Biologischen Bundesanstalt bedroht

Bonn (ots)

Der Naturschutzbund NABU sieht die Unabhängigkeit der
Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA)
gefährdet. Allein die Tatsache, dass ein Positionspapier zum
Pflanzenschutz in der Landwirtschaft u.a. vom BBA-Präsidenten und
einem hochrangigen Vertreter der Pflanzenschutzmittel-Industrie
unterzeichnet wurde, stelle die Unvoreingenommenheit der
Bundesbehörde massiv in Frage. "Die BBA setzt sich mit denen in ein
Boot, deren Produkte sie kritisch zu prüfen hat", sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Gerd Billen. Offensichtlich solle das für
die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zuständige Umweltbundesamt
unter Druck gesetzt werden, Pestiziden schneller eine
Unbedenklichkeitsbescheinigung zu erteilen.
In besagtem Positionspapier wird eine angeblich mangelnde Palette
an Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in Europa und vor allem
Deutschland beklagt. Dies sei das Ergebnis einer negativen
Beurteilung von Pestiziden hierzulande, die zu einer restriktiven
Genehmigungspraxis für neue Mittel geführt hätte. Nach Ansicht der
Autoren seien vor allem EU-Richtlinien dafür verantwortlich, dass von
den Herstellern künftig noch weniger in die Entwicklung und
Vermarktung neuer Pestizide investiert werde. "Die Autoren
kritisieren damit nicht nur Rahmenbedingungen, für die sie selbst
maßgeblich Verantwortung tragen, sondern sie verzerren darüber hinaus
die aktuelle Situation", so Billen.
Nach Auffassung des NABU ist die Zahl der verkehrsfähigen
Pflanzenschutzmittel und der in ihnen enthaltenen Wirkstoffe in den
letzten Jahren nicht gesunken, sondern angestiegen. 1999 waren in
Deutschland 1139 verschiedene Mittel auf der Basis von 274
Wirkstoffen am Markt erhältlich, 1993 waren es lediglich 887 und 229
Wirkstoffe. Der angebliche Wirkstoffmangel habe darüber hinaus zu
keinem geringeren Verbrauch an Pestiziden geführt, im Gegenteil:
Während 1993 ca. 29.000 Tonnen ausgebracht wurden, waren ees 1998
bereits 39.000 Tonnen -- der höchste Stand seit der deutschen
Wiedervereinigung. "Angesichts solcher Zahlen kann vom Erfolg einer
nachhaltigen Landwirtschaft keine Rede sein", sagte Billen.
Für Rückfragen:
Christof Weins, NABU-Agrarreferent, 0179-2297015 oder 0228-4036-168
Im Internet zu finden unter http://www.NABU.de

Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell

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