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Spielregeln für die Rundfunkanstalten müssen jetzt klar definiert werden

Bascha Mika, Chefredakteurin die tageszeitung (taz) bei der Diskussionsveranstaltung media coffee der dpa-Tochter news aktuell in Berlin. Titel: "Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?", Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Abdruck bitte unter Quellenangabe: "obs/news aktuell GmbH"

    Hamburg (ots) -

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    Was der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Zukunft im Internet darf und was nicht, muss jetzt klar definiert werden. Das letzte Wort in dieser Sache werde aber aus Brüssel kommen, so das Fazit des gestrigen media coffees der dpa-Tochter news aktuell in Berlin. Kai-Hinrich Renner, Medienautor bei der Tageszeitung Die Welt, moderierte die Veranstaltung "Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?". Rund 200 Pressesprecher, PR-Fachleute und Journalisten waren Gast der Diskussionsrunde.

    Kritisch äußerte sich Jürgen Doetz, Präsident Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT), zur geplanten Kooperation zwischen WDR und WAZ-Gruppe. Hier gebe es noch sehr viel Klärungsbedarf. "Bei der angekündigten Kooperation ist noch vieles im Unklaren. Die Spielregeln für diese neue Form der Zusammenarbeit müssen noch geklärt werden." Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, habe der VPRT bei der Rechtsaufsicht des WDR eine Beschwerde eingereicht, so Doetz. "Die Kartoffel wird noch geschält - und zwar in Brüssel." Doetz stellte allerdings grundsätzlich fest, dass die herkömmlichen Medien auch im Internet-Zeitalter ihr Publikum haben werden: "Um die klassischen Fernseh- und Radiomarken mache ich mir auf lange Sicht keine Sorgen. Diese werden ihre Zuschauer und Hörer auch im Netz behalten." Darüber hinaus unterstrich der VPRT-Präsident, dass Inhalte auch in Zukunft ausschlaggebend für den Erfolg eines Medienangebotes sein werden: "So lange man attraktive Inhalte bietet, behält man auch seinen Platz."

    Zustimmung zu dieser Feststellung erhielt Doetz von Bascha Mika, Chefredakteurin der tageszeitung (taz). Sie betonte, dass die Medienwelt in zwei Jahren wieder mit gänzlich neuen Geschäftsmodellen im Netz konfrontiert sein werde. "Deshalb müssen wir uns jetzt ganz klar auf unsere Inhalte konzentrieren", so die Blattmacherin. "Das Requiem auf Print ist noch lange nicht gesungen." Besorgt zeigte sich die taz-Chefredakteurin allerdings in Bezug auf den Qualitätsjournalismus im Netz. "Wir müssen verhindern, dass Journalismus für nichts und niemanden verschleudert wird. Der User ist es inzwischen gewohnt, für hochwertige journalistische Inhalte nichts zu zahlen. Das ist keine schöne Aussicht", beklagte Mika.

    Dagmar Reim, Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), griff den aktuellen Entwurf der Ministerpräsidenten zum Rundfunkänderungsstaatsvertrag auf und äußerte sich generell kritisch zum Ansatz, die Präsenz der öffentlich-rechtlichen Sender im Web zu regulieren: "Ich finde die Idee, jemandem zu sagen, was er im Internet darf oder nicht darf, abstrus." Dabei verwies Reim auf die finanzielle Situation ihres Funkhauses: "Der RBB kann finanziell gesehen keine große Expansion im Internet vornehmen. Vielmehr müssen wir durch die Online-Präsenz unsere bestehenden Gebühreneinnahmen umschichten." Die RBB-Intendantin zeigte sich für die Zukunft von Print, TV und Radio grundsätzlich optimistisch. "Die Medien haben sich noch nie kannibalisiert. Fernsehen und Radio wird es auch zukünftig geben, genau so wie Zeitungen."

    Hinsichtlich der aktuellen Diskussion über die Präsenz der öffentlich-rechtlichen Sender im Web kritisierte Frank Syré, Chefredakteur des Nachrichtenportals zoomer.de, die deutsche   Medienpolitik: "Wir haben es in den letzten Jahren versäumt, den Begriff Rundfunk mal auseinander zu nehmen und genau zu untersuchen, wer eigentlich was darf." Syré prognostizierte, dass Online Veränderungen weiter vorantreiben wird. "Der Zug zum Internet wird Auswirkungen auf die klassischen Medien haben. So wird das Web zum Beispiel neue Herausforderungen ans Fernsehen im Bereich der Formate stellen." Ferner erlebe man derzeit "eine Nutzungsverschiebung ins Internet", so Syré weiter. Allerdings gab er zu, dass das Internet ein schwieriges Geschäftsmodell ist. Online-Werbung sei leider das Einzige, was Anbieter wie zoomer.de finanziere.

    Videobeitrag mit Interviews der Diskussionsteilnehmer (3:39 Minuten): http://www.youtube.com/watch?v=gzx1qCVYCeE

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