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Greenpeace e.V.

Chic ohne Chemie
Greenpeace und 16 spanische Designer präsentieren chemiefreie Mode in Madrid

Madrid (ots)

Ágatha Ruiz de la Prada, Carmen March, Antonio
Pernas, David Delfin, Hannibal Laguna, La casita de Wendy und zehn 
weitere Modesdesigner zeigen heute auf einer Fashion-Show im "Circulo
de Bellas Artes" in Madrid, dass man auch ohne giftige Chemie eine 
gute Figur machen kann. Die exklusiv für Greenpeace entworfenen 
Kollektionen wurden nur aus chemikalienfreien Textilien hergestellt. 
Unterstützt wird der Catwalk von den spanischen Top-Marken Mango und 
Camper, die langfristig auf Giftstoffe verzichten wollen. Die 
Botschaft von "Moda sin Tóxicos" richtet sich an die Parlamentarier 
in Brüssel, die derzeit über die Chemikalien-reform REACH 
(Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) 
verhandeln.
"Auf dem Weg vom Feld über die Fabrik bis in den Schrank 
verwandeln ganze Bäder von Chemikalien unsere Kleidung in 
,Reizwäsche' für Umwelt und Gesundheit", sagt Ulrike Kallee, 
Chemikalienexpertin von Greenpeace. "Die neue Chemikaliengesetzgebung
muss endlich dafür sorgen, dass nur noch unbedenkliche Chemikalien in
Alltagsprodukten eingesetzt werden."
Allergien, juckende Haut und Kopfschmerzen: Die chemische 
Belastung von Textilien kann zu akuten Beschwerden führen. 
Langfristig können die Chemikalien sogar Krebs, Missbildungen des 
Fötus in der Schwangerschaft oder Unfruchtbarkeit verursachen. In der
Textilbranche ist es üblich, Chemie zum Bleichen und Färben, zum 
Imprägnieren oder Desinfizieren einzusetzen. Zudem sollen Bluejeans 
nicht einlaufen und Seidenblusen nicht knittern. So werden in den 
Produkten unter anderem allergieauslösendes Formaldehyd für 
"pflegeleichte" Textilien verwendet, entwicklungsschädigende 
Fluorchemikalien in wasserabweisenden Stoffen, bakterientötende 
zinnorganische Chemikalien gegen Schweißgeruch und 
fruchtbarkeitsschädigende Phthalate als Weichmacher in 
PVC-Aufdrucken. Viele Chemikalien sind nicht fest in den Textilien 
gebunden: Sie können durch Hautkontakt gelöst werden und gelangen so 
in den Körper.
Im Oktober 2006 wird über REACH in zweiter Lesung im 
Europaparlament abgestimmt. Zentraler Streitpunkt ist der Umgang mit 
besonders gefährlichen Chemikalien. Insbesondere die deutsche 
Chemie-Industrie und die deutschen Europa-Parlamentarier haben sich 
bisher dagegen ausgesprochen, besonders gesundheitsschädliche 
Chemikalien zu verbieten, wenn es sicherere Alternativen gibt 
(Substitutionsprinzip). "Greenpeace zeigt hier in Spanien, dass die 
Substitution gefährlicher Chemikalien sogar mit Stil umgesetzt werden
kann", sagt Ulrike Kallee. "Mango und Camper wissen: Sichere Produkte
sind bei Kundinnen und Kunden heute gefragter denn je. Statt über die
Kosten der Reform zu klagen, sollten auch die Chemie-Produzenten auf 
den globalen Wettbewerbsvorteil und das Innovationspotential von 
REACH setzen."
Achtung Redaktionen:
Rückfragen bitte an Ulrike Kallee, Tel. 0049 (0) 40-30618-328 oder 
Pressesprecherin Simone Miller in Madrid, Tel. 0049 -171-870 6647. 
Fotos von der Fashion-Show erhalten Sie unter Tel. 040-30618-376. 
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: 
www.greenpeace.de, www.einkaufsnetz.org, www.chemical-cocktail.org.

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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