Greenpeace e.V.

Deutsche Greenpeace-Aktivistin vorübergehend aus schwedischer Haft entlassen 27-jährige darf bis zu ihrer Gerichtsverhandlung Schweden nicht verlassen

    Hamburg/Stockholm (ots) - Vor wenigen Minuten sind die zwei
Greenpeace Aktivistinnen, darunter eine Deutsche, aus schwedischer
Einzelhaft entlassen worden. Kristina Petersen aus Flensburg und die
Britin Liz Rickman dürfen allerdings bis zu ihrer Gerichtsverhandlung
am 27. Juni 2002 Schweden nicht verlassen. Den beiden Frauen wird
schwerer Hausfriedensbruch vorgeworfen, ein Vergehen, das in Schweden
mit bis zu zwei Jahren Gefängnis oder Bewährung bestraft wird.
Petersen und Rickman hatten am Dienstag vergangener Woche an einer
friedlichen Protestaktion gegen die Ölverschmutzung der Ostsee
teilgenommen. Daraufhin waren beide in Norrköping an Bord des
deutschen Frachters "Fagervik" von der Polizei festgenommen worden.
    
    "Wir freuen uns, dass unsere Aktivistinnen endlich aus der
Einzelhaft entlassen wurden. Trotzdem müssen sich die schwedischen
Behörden fragen lassen, warum sie zwei friedlich protestierende
Frauen zehn Tage lang unter unwürdigen Bedingungen inhaftiert
ließen," sagt Greenpeace Öl-Experte Jörg Feddern. "Es ist nicht
nachvollziehbar, dass in Schweden Umweltschützer in Arrestzellen
landen und Ölsünder, wie die Besatzung der "Fagervik", mit geringen
Geldbußen davonkommen." Mehrere Greenpeace-Büros hatten in den
vergangenen Tagen Protestaktionen vor schwedischen Konsulaten und
Botschaften gestartet. Unter anderem in Tschechien, Großbritannien,
Deutschland, Australien, Frankreich und den Niederlanden übergaben
Umweltschützer Protestbriefe an schwedische Diplomaten.
    
    Greenpeace setzt sich seit Langem für eine saubere Ostsee ein. Ein
Meer, das durch illegale Ölablassungen stark belastet ist. Jährlich
pumpen etwa 1000 Schiffe ihr Altöl über Bord (davon 500 Fälle in
Schweden). Schiffseigner profitieren dabei von einer schwedischen
Gesetzeslücke, die  lediglich geringe Geldbußen für Ölsünder
vorsieht, solange kein Vorsatz nachgewiesen werden kann.
    
    Das deutsche Containerschiff "Fagervik" war Ziel der
Greenpeace-Proteste, da der Frachter zuvor illegal Öl in die Ostsee
abgelassen hatte. Greenpeace hatte den Ölsünder mit seinem
Flaggschiff "Rainbow-Warrior" verfolgt. In Norrköping war es dann 15
Aktivisten gelungen, an Bord des Containerschiffes zu steigen und mit
Transparenten auf die Ölverschmutzung der Ostsee aufmerksam zu
machen.
    
    Greenpeace fordert von den Ostseeanrainerländern eine bessere
Überwachung der Gewässer und schärfere Gesetze gegen Ölablassungen.
Außerdem müssen Schiffseigner künftig finanziell für sämtliche Folgen
der Ölverschmutzung aufkommen, unabhängig von einem möglichen
Vorsatz.
    
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Achtung Redaktionen! Rückfragen bitte an Greenpeace Öl-Experte Jörg
Feddern, Tel.: 0171-8781191 oder Pressesprecher Björn Jettka, Tel.:
040-30618383 oder 0171-8780-778. Fotomaterial der Aktionen und der
Aktivistinnen können bezogen werden unter 040-30618 377. Internet:
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