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Schlecht gedämmte Gebäude sind Bremsklotz für Klimapolitik
Greenpeace übergibt Bundesbauministerium überdimensionales "Schwarzbuch"

Berlin (ots)

Greenpeace übergibt heute dem Bundesbauministerium
in Berlin ein überdimensionales "Schwarzbuch der Wärmedämmung", das
die enorme Energieverschwendung in Wohnbauten dokumentiert. Die
Aktivisten haben vor dem Eingang des Ministeriums eine 2,5 Meter hohe
Mauer aus 75 Dämmstoff-Paketen errichtet mit der Aufschrift "Dämm
it". Auf einem Transparent ist der Vorwurf zu lesen: "Klimaschutz:
Alles heiße Luft". Die Umweltorganisation fordert von Bauminister
Klimmt ein bundesweites Wärmeschutzprogramm für Wohnbauten, um den
Klimaschutz voranzubringen.
Das "Schwarzbuch der Wärmedämmung" zeigt mit Infrarotbildern von
Wohnbauten in 22 Städten den Wärmeverlust an Gebäuden. Die Aufnahmen
wurden während einer Thermographie-Tour seit Mitte Februar mit einer
wärmeempfindlichen Kamera gemacht, die die Wärmelecks deutlich rot
hervorhebt. Das Ergebnis ist alarmierend: "Haushalte in Deutschland
verschlingen den Löwenanteil ihrer Energie durch Heizung", sagt Jan
Rispens, Energieexperte bei Greenpeace. "Die Bilder belegen, dass das
meiste davon ungenutzt nach Draußen entweicht. Vor allem ältere
Wohnbauten sind durch schlecht gedämmte Fassaden die größten
Energieverschwender."
In vielen Städten bietet sich das gleiche Bild: Balkons sehen auf
Infrarot-Bildern aus wie aufgeheizte Kühlrippen, weil die Wärme über
den Beton nach Außen geleitet wird. Heizkörper zeichnen sich auf den
Bildern so deutlich ab, als wären sie auf der Außenwand angebracht.
Am höchsten sind die Wärmeverluste oft bei unsanierten Plattenbauten.
Wie bei den anderen Stationen der Tour sind es auch in Berlin vor
allem die Wohnbauten aus den fünfziger, sechziger und siebziger
Jahren, in denen eine Unmenge von Energie verheizt wird.
Ein bundesweites Wärmeschutzprogramm für Wohnbauten müsste den
Kern des angekündigten Klimaschutzpaketes der Bundesregierung bilden.
Auf der internationalen Klimakonferenz im Oktober 1999 in Bonn hatte
Bundeskanzler Schröder für den Sommer 2000 einen Maßnahmenpaket für
den Klimaschutz angekündigt.
Rispens: "Energiesparen ist Klimaschutz. Wenn man bedenkt, dass in
Deutschland etwa Dreiviertel aller Wohnungen älter als 20 Jahre sind,
erkennt man, wieviel Energie sich einsparen lässt. Solange die
Gebäude aber nicht großflächig saniert werden, werden sie immer der
Bremsklotz im Klimaschutz sein."
Auch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie hatte in
einer Studie für Greenpeace und die Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt das Einsparpotenzial gezeigt: Bis zum Jahr 2020
könnten mit einem umfassenden Wärmedämmungsprogramm 58 Prozent der
Kohlendioxid-Emissionen der Wohnungsbeheizung eingespart werden. Von
2005 bis 2020 könnten zusätzlich etwa 400.000 Arbeitsplätze im Bau-
und Zuliefergewerbe sowie in anderen Wirtschaftbranchen entstehen.
Achtung Redaktionen: 
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Jan Rispens in
Berlin, Tel: 0171-8780 821, oder 
Pressesprecher Stefan Schurig, Tel: 0171-8780 837. 
Hier erhalten sie auch Foto- und Bildmaterial.
Internet-Infos: www.arbeit-und-umwelt.de und www.greenpeace.de

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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