Aktionsbündnis Katastrophenhilfe
Der härteste Winter seit Jahren trifft die Ukraine: Hunderttausende Menschen ohne Strom und Wärme
Berlin (ots)
Die massiven Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine haben die Lebensbedingungen der Menschen inmitten des eisigen Winters dramatisch verschlechtert und setzen sie erheblichen Gefahren aus. Millionen Menschen, darunter besonders viele Kinder, sind gezwungen, bei extremen Minusgraden von bis zu minus 20 Grad ohne verlässliche Heizung, Strom und Wasser auszuharren.
"Kinder und ihre Familien befinden sich angesichts der fortdauernden heftigen Angriffe mitten im härtesten Kriegswinter im dauerhaften Überlebensmodus. Ohne Strom und Wärme sind sie der Kälte, der Dunkelheit und der ständigen Angst schutzlos ausgeliefert. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder", beschreibt Christian Schneider, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe und Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, die aktuelle Lage.
Im kältesten Winter seit Jahren erleben Menschen einen Alltag im extremen Ausnahmezustand. Heizungen fallen aus, es gibt kein Licht, kein warmes Wasser oder warmes Essen. Schulen mussten vielerorts auf Online-Unterricht umstellen, der jedoch durch Stromausfälle teils gar nicht möglich ist. Trotz großer Gefahren reparieren Energie- und Wassertechniker ohne Unterbrechung die Schäden, um die Energieinfrastruktur und die Wasserversorgung aufrechtzuerhalten. Mehr als eine halbe Million Menschen sollen die Hauptstadt verlassen haben, um im Umland Schutz und Wärme zu suchen.
Die vier Organisationen des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe Caritas international, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Katastrophenhilfe und UNICEF Deutschland sind seit vielen Jahren in der Ukraine aktiv. Schon vor Monaten haben sie sich mit ihren ukrainischen Partnerorganisationen auf den Winter vorbereitet.
Die Schwestergesellschaft des Deutschen Roten Kreuzes, das Ukrainische Rote Kreuz, betreibt in Kooperation mit der ukrainischen Zivilschutzbehörde SESU Wärmestationen für hilfsbedürftige Menschen, verteilt warme Mahlzeiten und stellt Generatoren sowie weitere Hilfsgüter für die Strom- und Wärmeversorgung zur Verfügung. Pflegeteams besuchen ältere und erkrankte Menschen, kümmern sich um medizinische Versorgung in mobilen Kliniken und sorgen für psychosoziale Betreuung.
Mit der Unterstützung von UNICEF beispielsweise können Krankenhäuser in Saporischschja und Dnipro dank rechtzeitig installierter Generatoren und Solaranlagen trotz der Stromausfälle weiterarbeiten. In den am stärksten betroffenen Regionen erhielten über 183.000 Menschen, darunter 86.000 Kinder, Winterhilfen, damit Eltern die dringendsten Bedürfnisse ihrer Kinder priorisieren können.
Für die Diakonie Katastrophenhilfe haben insbesondere in den Städten Bargeldhilfen oberste Priorität. Mit dieser Unterstützung können die Menschen genau das kaufen, was sie am dringendsten benötigen. Dazu gehören Heizgeräte, warme Kleidung oder Materialien zur Reparatur beschädigter Fenster und Türen. Die Hilfe wird aufgrund der teils extremen Kälte in den kommenden Tagen ausgeweitet.
Caritas international verteilt mit Hilfe der ukrainischen Kolleginnen und Kollegen feste Brennstoffe an frontnahe Haushalte sowie Reparaturmaterialien für beschädigte Häuser und Wohnungen. Die Caritas Ukraine versorgt evakuierte und vertriebene Menschen in Notunterkünften, sogenannten Resilienzpunkten, mit warmen Mahlzeiten, Schlafsäcken und anderen Hilfsmitteln.
"Die Menschen in der Ukraine leiden über alle Maßen und sind weiterhin dringend auf Unterstützung angewiesen. Umso wichtiger ist es, ihnen in diesem harten Kriegswinter weiter zur Seite zu stehen", sagte Christian Schneider.
Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe ruft dringend zu Spenden für die Hilfsmaßnahmen seiner Mitgliedsorganisationen auf.
Spendenkonto:
IBAN: DE65 100 400 600 100 400 600 (Commerzbank)
BIC: COBADEFFXXX
Stichwort: Nothilfe Ukraine
Online-Spenden: www.aktionsbuendnis-katastrophenhilfe.de/jetzt-spenden
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