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08.11.2019 – 12:31

UNO-Flüchtlingshilfe e.V.

Somalia: Bewaffnete Konflikte und Auswirkungen des Klimawandels verschärfen Fluchtbewegungen

Bonn (ots)

Ob extreme Wetterlagen oder die Verteilung immer knapper werdender, lebenswichtiger Ressourcen wie Wasser: Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen. Kommen wie in Somalia jahrelange bewaffnete Konflikte hinzu, steigt die Zahl der flüchtenden Menschen dramatisch an. Die UNO-Flüchtlingshilfe, nationaler Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), geht daher davon aus, dass neben Krieg und Verfolgung die Auswirkungen des Klimawandels, zunehmende Naturkatastrophen und Umweltzerstörung die Fluchtbewegungen weltweit verstärken werden. Schon jetzt gehören in Somalia ausgeprägte Dürreperioden zur Normalität: Mehr als 300.000 Menschen wurden in diesem Jahr bereits durch Dürre und immer wieder aufflammende Konflikte vertrieben. In anderen Regionen des Landes verschärfen dagegen Überschwemmungen die Situation: So mussten deswegen in den letzten zwei Wochen mehr als 200.000 ihre Häuser verlassen. Insgesamt sind 2,6 Millionen Menschen in Somalia auf der Flucht.

"Wir erleben in Ländern wie Somalia eine fatale Wechselwirkung von bewaffneten Konflikten und den Auswirkungen der Klimakrise. Immer mehr Menschen kämpfen in der Folge um immer weniger Ressourcen. Wir müssen daher den Menschen unmittelbar in ihrer Not helfen und gleichzeitig langfristige Projekte initiieren, um die Folgen des Klimawandels aufzufangen, ", kommentiert Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Natürliche Ressourcen, wie Trinkwasser, werden in Somalia knapper. Viele Feldfrüchte und einige Vieharten werden in bestimmten Gebieten nicht überleben können, wenn es zu heiß und trocken oder zu kalt und nass wird. Die Lebensmittelversorgung zwingt die Menschen zur Flucht. Gleichzeitig können nachhaltige Projekte, um diese Situation zu verbessern, nicht umgesetzt werden, da bewaffnete Konflikte sowohl zwischen der islamistischen Gruppe Al-Shabaab und der somalischen Regierung als auch zwischen lokalen Clans und Warlords das Land destabilisieren. Die Menschen fliehen in der Folge entweder in Regionen, die eine etwas stabilere Versorgung versprechen oder in Nachbarländer. Beides kann zu Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen führen. Angesichts der jüngsten Entwicklungen ist eine sofortige humanitäre Soforthilfe von entscheidender Bedeutung. Der UNHCR hat bereits 2,58 Millionen US-Dollar mobilisiert. Weitere 11,86 Millionen wären erforderlich, um den humanitären Bedarf zu decken.

Mehr Informationen zum Klimawandel als Fluchtursache unter: http://ots.de/MUcGNO

Pressekontakt:

Marius Tünte
Tel. 0228-90 90 86-47
tuente@uno-fluechtlingshilfe.de

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