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Mittelbayerische Zeitung: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zum Seehofer-Besuch bei Putin:

Regensburg (ots) - Wenn ein bayerischer Ministerpräsident in wirtschaftlicher Mission um die ganze Welt fliegt, werden Erinnerungen an Franz Josef Strauß wach. Auch FJS pflegte beste Kontakte - seriöse ebenso wie leicht anrüchige - zu Staatsmännern auf allen Kontinenten. Der solistische Sonderweg in der Diplomatie gehört offenbar zum Selbstverständnis der starken bayerischen Alleinherrscher. Seehofer schlägt während seiner Stippvisite bei Putin zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum Einen macht er erneut deutlich, dass er selbstverständlich auf Augenhöhe mit Angela Merkel und Sigmar Gabriel agiert. Zum anderen fährt er, auch hier in der Tradition des nie um einen cleveren Deal verlegenen FJS, einen milliardenschweren Auftrag für die Linde AG quasi im Überflug ein. Vielleicht hat er ihn nicht eingefädelt, aber er ist doch dabei, als das lukrative Abkommen unterzeichnet wird. Das unterstreicht das Bild des Machers, als der Seehofer sich versteht. Nur eines hat Strauß seinem Amtsnachfolger für alle Zeit voraus: Er gab selbst im Flieger nach Russland nicht das Steuer aus der Hand.

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