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Mittelbayerische Zeitung: Zugedröhnt
Kommentar zu Musikfestivals

Regensburg (ots) - Das klingt nach einem großen Geschäft: In Deutschland gibt es 2015 gleich mehrere neue Musik-Großveranstaltungen. Rock am Ring und Rock im Park bekommen mit Rockavaria, Grüne Hölle am Ring und dem aus den USA importierten Lollapalooza-Festival in Berlin gewichtige Konkurrenz. Das ist Musik in den Ohren der Festivalfans. Doch der Krieg unter den Veranstaltern um die Marktherrschaft wird seine Opfer fordern - unter den kleinen Open-Air-Machern. Vor allem rund um das Pfingstwochenende sehen die großen Konzertagenturen das höchste Potenzial und übertrumpfen sich gegenseitig mit Top-Acts. In München haben sich Metallica, Kiss, Limp Bizkit und Muse angekündigt. In Nürnberg sind die Foo Fighters und die Toten Hosen am Start. Rund 90 Bands und Musiker werden für jedes der großen Festivals gebucht. Und natürlich wollen die Künstler die großen Bühnen bespielen und lassen dafür kleinere Gigs sausen. Hinzu kommt das Problem mit dem Gebietsschutz, nach dem sich manche Veranstalter zusichern lassen, dass die gebuchten Bands in einem gewissen zeitlichen Abstand in einem Umkreis von 200 bis 300 Kilometern nicht mehr auftreten werden. Das bedeutet weniger Auswahl. Doch selbst mit einem guten Programm werden die kleineren Festivals in Zukunft noch mehr unter Druck geraten. Mehr Vielfalt wird nicht mehr Besucher mobilisieren. Die Großen werden sich die dicksten Stücke aus dem Kuchen schneiden. Die Kleinen müssen darauf vertrauen, dass ihnen das Publikum die Treue hält. Bleiben nur die Krümel, stirbt wieder ein Stück Kulturlandschaft.

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