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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Irak: Fast Freunde, von Thomas Spang

Regensburg (ots) - Der Feind meines Feindes ist mein Freund. An dieser Faustregel orientiert sich seit Gedenken Diplomatie im Nahen Osten und in Vorderasien. George W. Bush hat sie in Afghanistan beherzigt als er sich mit dem Iran temporär verbündete, die von beiden verhassten Taliban-Machthaber in Kabul loszuwerden. Obama könnte in Irak nun die Hilfe des Gottesstaates in Anspruch nehmen, die Terror-Brigaden der Isis zurückzudrängen. Nur in diesem Fall ist die Gemengelage komplizierter. Denn die anderen Freunde der USA in der Türkei, Saudi-Arabien und Israel bleiben Feinde des Iran. Sie haben nur ein begrenztes Interesse an einer Einmischung des Schiiten-Staates in Irak. Obama steht damit vor einem strategischen Dilemma. Einerseits muss er den Vormarsch des El-Kaida-Ablegers in Irak stoppen. Ein Tummelplatz für internationale Dschihadisten wäre ein Albtraum für die nationale Sicherheit der USA. Anderseits schwächte eine Kooperation mit dem Iran die Verhandlungs-Position bei den Atomgesprächen. Dies könnte Israel auf den Plan rufen, das seine Existenz bedroht sieht. Der Feind des Feindes wird deshalb nicht automatisch zum Freund. Dazu bedürfte es der Bereitschaft des Iran, die Atomgespräche in Wien zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Darüber hinaus teilen die USA und der Iran nicht dieselbe Vision für den Irak. Obama schwebt eine Regierung des Ausgleichs vor. Iran geht es um Dominanz der Schiiten.

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