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Vermittler auf dem Arbeitsmarkt Privathaushalt: Gute Arbeit in der Grauzone?

Vermittler auf dem Arbeitsmarkt Privathaushalt

Gute Arbeit in der 'Grauzone'?

Immer mehr Jobs in Privathaushalten werden über Dritte vermittelt. Vorne dabei sind digitale Plattformen für Putzdienste und Agenturen für 'Live-Ins', also Betreuungskräfte, die bei Pflegebedürftigen zu Hause leben. So entstehen neue 'Grauzonen': Die Grenzen zwischen bezahlter und unbezahlter, abhängiger und selbstständiger Beschäftigung verschwimmen, wie der aktuelle Report aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) zeigt.

Dabei wiederholen die neuen Vermittler ein bekanntes Muster: Um informelle Arbeit in formale Arbeit zu überführen, zugleich aber keine allzu hohen Hürden für die Nachfrage einzuziehen, werden bestehende Praktiken in nur leicht veränderter Form legalisiert. "Das neue Recht ist also billig", resümiert die IAQ-Forscherin Dr. Karen Jaehrling. Im Vergleich zur Schwarzarbeit sichern die neuen Erwerbsformen Beschäftigte zwar zum Teil rechtlich und sozial besser ab. "Es bleiben aber erhebliche Schutzlücken" stellt die Forscherin fest.

Der Report beleuchtet daher auch Ansätze und Vorschläge für fairere Alternativen für häusliche Langzeitpflege und stundenweise Arbeiten im Haushalt - mit weniger Risiken und stärkeren Rechtsansprüchen für Beschäftigte. Eine derzeit viel diskutierte Lösung ist ein Gutschein-Modell, über das auch weniger einkommensstarke Haushalte Haushaltsarbeit bezahlen können. Im Unterschied zu den bisherigen Subventionen in Form von Steuerabzügen und ermäßigten Sozialabgaben will der DGB die Gutscheine an sozialversicherungspflichtige Beschäftigung knüpfen.

Die Subventionierung reicht aber nicht aus, so Jaehrling. Für 'Gute Arbeit' in der häuslichen Langzeitpflege braucht es zum einen standardisierte Lösungen für Ruhezeiten und bezahlte Bereitschaftszeiten. Zum anderen bedarf es organisatorischer Alternativen zur individuellen "Rund-um-die-Uhr-Betreuung", die mit dem modernen Arbeitsrecht kaum vereinbar sind. So könnte eine bessere Abstimmung zwischen ambulanten Pflegediensten, Dienstleistungs- und Vermittlungsagenturen für Live-Ins sowie pflegenden Angehörigen helfen, die Einsatzzeiten der Betreuungskräfte auf ein vertretbares Maß zu reduzieren.

Für plattformvermittelte Freelancer wäre die Einführung verbindlicher Mindesthonorare für Selbstständige eine sinnvolle Lösung, dafür gibt es bereits in anderen Ländern Vorbilder. Problematisch sind außerdem fehlende Kommunikationsmöglichkeiten für die Beschäftigten und mangelnde Transparenz über Kundenhaushalte.

Von politischer Seite könnte dies durch eine obligatorische Zertifizierung von Plattformen unterstützt werden. Insgesamt, so betont Jaehrling, haben Vermittler gerade in diesem Marktsegment mit seinem hohen Anteil informeller Arbeit und grenzüberschreitender Mobilität von Arbeitskräften das Potential, einen positiven Einfluss auf Arbeitsbedingungen zu nehmen; dies bedarf jedoch einer geeigneten politischen Regulierung.

Weitere Informationen:

Dr. Karen Jaehrling, IAQ, karen.jaehrling@uni-due.de

Redaktion: Claudia Braczko, IAQ, Tel. 0157/71283308, claudia.braczko@uni-due.de

Ressort Presse/Redaktion
Stabsstelle des Rektorats
Universität Duisburg-Essen
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