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27.07.2020 – 08:45

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.

Neurodermitis trifft Jugendliche oft besonders hart

Neurodermitis trifft Jugendliche oft besonders hart
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Neurodermitis trifft Jugendliche oft besonders hart

Neurodermitis wächst sich oftmals im Laufe der Kindheit aus. Bei schweren Formen der Erkrankung ist das seltener der Fall. So sind unter den betroffenen Jugendlichen etliche, die mit heftigen Symptomen zu kämpfen haben. Gerade in einer Phase, in der das äußere Erscheinungsbild und Dazugehören besonders wichtig sind, nagt die chronisch-entzündliche Hauterkrankung stark am Selbstwertgefühl.

Neurodermitiskranke Haut sieht vor allem in akuten Krankheitsphasen alles andere als schön aus. Sie ist von Rötungen, Schuppen, Hautrissen und Entzündungen geprägt. Ab dem Teenageralter zeigen sich die Hauterscheinungen nicht nur an den Fußgelenken und Ellbogen, sondern auch an den Handgelenken, am Hals und an den Augenlidern. Für jedermann sichtbar, drücken die Symptome der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung auch auf die Psyche. Hinzu kommen körperliche Beschwerden, die auf Dauer zermürben: Juckreiz, Schmerzen, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme.

Psychische Belastung ernst nehmen

Um mit der Erkrankung zurechtzukommen, wird jugendlichen Patienten eine Menge abverlangt: Sie können nicht jede Mode mitmachen, da die Neurodermitis unter eng anliegender Kleidung und bestimmten Materialien aufblüht. Im Schwimmbad fühlen sich viele von ihnen unwohl, weil sie ihre Haut nicht gerne zeigen. Nach einer schlechten Nacht aufgrund des unerträglichen Hautjuckens fühlen sie sich zu müde fürs Lernen oder für die Party. Studien zeigen, dass Neurodermitis in hohem Maße mit Ängsten und depressiven Stimmungen einhergeht. Betroffene Familien sollten gegebenenfalls eine professionelle psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen.

Starke Symptome an der Wurzel packen

Eine konsequente Basispflege ist die Grundlage jeder Neurodermitistherapie. Bei akuten Symptomen kommen außerdem wirkstoffhaltige Salben oder Cremes zum Einsatz. Gerade bei schweren Verläufen reicht das nicht immer aus, um Entzündungen und Juckreiz in den Griff zu bekommen. Dann muss die Erkrankung von innen heraus behandelt werden. In der Regel werden dafür Tabletten verschrieben, die das überschießende Immunsystem regulieren. Nicht alle sind zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen zugelassen; manche eignen sich aufgrund des Risikos von Nebenwirkungen nicht für eine längere Anwendung. Die neue Wirkstoffklasse der Biologika ist daher eine Option für Jugendliche ab 12 Jahren, die an mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis leiden. Biologika greifen sehr gezielt ins Entzündungsgeschehen ein, ohne den gesamten Organismus zu belasten. Als Eiweißstoffe können sie nicht als Tablette oder Kapsel eingenommen werden, sondern werden unter die Haut gespritzt. Dafür stehen so genannte Pens zur Verfügung, die einfach zu handhaben sind. Nach den bisherigen Erfahrungen sind die Biologika zur Neurodermitistherapie gut verträglich.

Weiterführende Informationen zu Ursachen, Krankheitsverlauf und Behandlung schwerer Formen der Neurodermitis bietet die gleichnamige Broschüre, die bei der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. kostenfrei angefordert oder im Internet heruntergeladen werden kann: DHA e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-schwere-neurodermitis.de.

Bonn, 27.07.20, 3.136 Zeichen, 414 Wörter. Abdruck honorarfrei. Telefonnummer bitte nicht abdrucken.

Literatur:

"Juckreiz- ein Leben lang - Die Lebensqualität und die anfallenden Kosten für Menschen mit schwerer Neurodermitis in Europa." Befragung der European Federation of Allergy and Airways Diseases Patient's Association (EFA)

Brian T Cheng et al., Depression and psychological distress in US adults with atopic dermatitis, Ann Allergy Asthma Immunol 2019 Aug;123 (2):179-185, DOI 10.1016/j.anai.2019.06.002

M. Saunes et al., Atopic dermatitis in adolescent boys is associated with greater psychological morbidity compared with girls of the same age: The Young-HUNT study, British Journal of Dermatology 156 (2): 283-8 March 2007?DOI: 10.1111/j.1365-2133.2006.07688.x

Fotos und Druckexemplar der aktuellen Broschüre auf Anfrage.

Pressekontakt:

Dr. Heike Behrbohm
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.
Heilsbachstraße 32
53123 Bonn
Germany
Fon: 0049 (0)228-30 82 1-23
Fax: 0049 (0)228-30 82 1-33
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