Bundesvereinigung Lebenshilfe

Mehr Transparenz in der Statistik über Spätabtreibungen: Langjährige Forderung der Lebenshilfe wird nun erfüllt

Berlin (ots) - Erstmals gibt es in der Bundesrepublik eine verbesserte Statistik über Spätabtreibungen. Die bisherige Erhebung von Schwangerschaftsabbrüchen wies die Tötung ungeborener Kinder im Mutterleib nicht aus. Die so genannten Fetozide werden bei Spätabtreibung eingesetzt.

Diese Methode wird angewendet, wenn das Kind außerhalb des Mutterleibes schon lebensfähig wäre, der Arzt jedoch aufgrund einer zu erwartenden Behinderung des Kindes eine Gefahr für die Gesundheit der Mutter sieht. Diese Gefahr bezieht sich insbesondere auf psychische Beeinträchtigungen der Mutter bei Weiterbestehen der Schwangerschaft. Etwa, wenn der Arzt für die werdende Mutter schwere Depressionen oder Suizidgefahr befürchtet. Außerdem werden auch bei manchen Mehrlingsschwangerschaften einzelne Feten getötet, besonders nach Hormonbehandlung.

Das Statistische Bundesamt hat nun die Schwangerschaftsabbruch-Statistik für das erste Quartal 2010 veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich durch die Erfassung der Fetozide ein starker Anstieg der späten Schwangerschaftsabbrüche um 54,8 Prozent.

Die Lebenshilfe begrüßt die verbesserte Statistik, die sie seit langem gefordert hatte, aber bei der 2009 erfolgten Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes nicht durchsetzen konnte. "Das jetzt erstmals verfügbare Wissen um die genaue Anzahl der späten Abbrüche ist zum einen wichtig für eine offene gesellschaftliche Diskussion der Spätabtreibungen", sagt Prof. Dr. med. Jeanne Nicklas-Faust, Stellvertretende Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. Zum anderen habe das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber bereits 1993 verpflichtet, die Auswirkungen des Abtreibungsrechts (Paragraf 218 Strafgesetzbuch) zu beobachten, auch um ungeborenes Leben wirkungsvoll zu schützen.

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