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Neues Deutschland: zum SPD-Parteitag

    Berlin (ots) - Ein neuer König Kurt wird am Sonntag in Berlin gekrönt. Kurt Beck, der künftige SPD-Vorsitzende, bringt vermutlich mehr Ausdauer und Gelassenheit mit, um das Zepter länger als mancher Vorgänger in den Händen zu halten. Den Sozialdemokraten ist es zu gönnen, wenn ihnen die Wechselbäder der Gefühle der jeweils kurzfristigen Müntefering- und Platzeck-Ära in Zukunft erspart bleiben. Und Angela Merkel hat einen echten politischen Widerpart verdient. Eine Spur davon  konnte sie kurz vor Becks Inthronisation erahnen. Kaum hatte sie den Partnern in der großen Koalition mangelnde Entscheidungsfreude vorgeworfen, kam die Retourkutsche: Wer den Fuß auf der Bremse habe, solle nicht auf den Motor schimpfen, wenn es zu langsam geht, konterte Beck. Der Mann versteht was vom politischen Geschäft und ist dem Alter längst entwachsen, da er jedermanns Liebling sein will. Das ist neu für die Kanzlerin. Pünktlich, bevor es in der großen Koalition womöglich zum Hauen und Stechen kommt, weil das Parteivolk die Kenntlichkeit des eigenen Ladens einfordert und die gestern vorsichtig eingeräumten »Nebengeräusche« zum politischen Alltag werden, steigt Kurt Beck in die Bütt. Wild entschlossen, die Leistungen der SPD in der großen Koalition als »Motor« zu vermarkten - und den bislang heimlichen Parteivorsitzenden Müntefering auf dessen »Kerngeschäft« zu verweisen. Strippen ziehen kann Beck auch. Und kuscheln muss er, der nicht am Kabinettstisch sitzt, nicht.

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