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neues deutschland: Schriftstellerin Lídia Jorge: Nelkenrevolution droht zum Mythos zu werden

Berlin (ots) - Die Portugiesische Nelkenrevolution von 1974, die die portugiesische Identität maßgeblich prägte, droht zum Mythos zu werden. Das erklärte die portugiesische Schriftstellerin Lídia Jorge im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" (Donnerstagausgabe): "Die Menschen vergessen, wie die Nelkenrevolution wirklich war." Dem wolle sie entgegenwirken: "Ich wollte schreiben, um zu erinnern. Doch ich versetzte mich in diejenigen, die diese Zeit nicht miterlebt haben und die Revolution verzerrt wahrnehmen. Ich versuchte, eine Art Interpretin zwischen der Realität und dieser Verklärung zu sein."

In ihrem jüngsten Roman "Os Memoráveis" hatte die Schriftstellerin die Nelkenrevolution des Jahres 1974, mit der die Diktatur überwunden und der Weg zur Demokratie geebnet wurde, als literarische Fantasie verarbeitet.

Im Zusammenhang mit der neuen linken Regierung in Portugal spricht die Autorin von einer Lösung, die "im Gegensatz zur konservativen Politik in Brüssel und zum internationalen Finanzinteresse" stehe. Jorge: "Es stellt sich nun die Frage, ob Europa diesen Wechsel verstehen oder ob es uns bestrafen wird, indem es zu verhindern versucht, dass hier eine Alternative existiert. Diese ist anders als die griechische Lösung, aber mit der gleichen Notwendigkeit, die Kräfteverhältnisse zwischen den europäischen Partnern zu verändern."

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