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neues deutschland: Nahostplänen des US-Außenminister: Canossa statt Camp David

Berlin (ots) - Zwei-Stufen-Plan zum Gaza-Frieden - das klingt nach dem Einfachen, was so schwer zu machen ist. Ist es das im Nahen Osten bisher ohnehin für jeden Vermittler gewesen, so wohl noch ein wenig mehr für den US-amerikanischen Außenminister. Kerry ist nicht nur im Frühjahr als Verhandlungsleiter zwischen (Fatah)-Palästinensern und Israel grandios gescheitert. Er bleibt auch jetzt ein Vertreter des diplomatischen Kleinmutes. Auch am 18. Tag dieses Gaza-Krieges fordert Kerry die Streitparteien nun nicht etwa auf, zu ihm an den (Verhandlungs)-Tisch zu kommen, sondern - ja, man muss es wohl so sagen - er geht recht unterwürfig mit seinem Plan hausieren und wird in Jerusalem entsprechend behandelt: wie ein ungebetener Teppichhändler, den man straflos warten lassen kann. Canossa statt Camp David. Israels Ministerpräsident Netanjahu ist sich offenbar sehr sicher, auch den höchsten Emissär des besten Verbündeten mit einem lapidaren »Jetzt nicht« ungestraft in die Warteschleife schicken zu können. Noch seien schließlich nicht alle Kriegsziele erreicht. Im Normalfall redet man dann mit der anderen Seite. Aber das haben sie sich selbst verboten: Kerry, die USA, das gesamte westliche Lager. Und solange das so bleibt, wird sich an Netanjahus Lufthoheit über Schlachtfelder wie Verhandlungstische nichts ändern; außer einem, das aber sehr sicher: Die »Radikalen« beider Lager werden weiteren Zulauf erhalten.

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