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neues deutschland: Bahntickets und Kartellverfahren: Bahn frei!

Berlin (ots) - Dass es in Deutschland 380 Wettbewerber auf den Schienenwegen gibt, stellt Bahnchef Rüdiger Grube gern als Glanzpunkt eines liberalen Eisenbahnverkehrs heraus. Das Nebeneinander der großen Deutschen Bahn und der anderen Eisenbahnunternehmen funktioniert im Güter- und im Personennahverkehr. Der Reisende erhält seine Fahrausweise, egal, wer die Züge fährt. Anders im Fernverkehr: Hier fahren neben Zügen der Staatsbahn nur wenige Konkurrenten, wie der Interconnex Leipzig-Warnemünde von Veolia und die Bahnen von HXK Hamburg- Köln. All diese Züge fahren nicht auf Bestellung sogenannter Aufgabenträger, sondern in eigenwirtschaftlicher Verantwortung. Wenn die Deutsche Bahn für die HXK-Bahngesellschaft keine Fahrkarten verkauft, sieht das zunächst nach unzulässiger Monopolmacht aus. Denn die Hälfte der Reisenden besorgt sich die Fahrkarten erst auf dem Bahnhof, wo HXK bisher nicht vertreten ist. Die Bahn fühlt sich nicht verpflichtet, die Züge der Konkurrenten zu füllen, bietet jedoch in den Bahnhofsgebäuden Räume für den Fahrkartenverkauf der Wettbewerber an. So kann sie zu Recht dem am Donnerstag eingeleiteten Verfahren des Bundeskartellamtes zum Vertrieb im Personenverkehr gelassen entgegensehen. Im Nachteil ist allerdings weiter der Reisende. Ändern lässt sich das aber nur durch eine Verkehrspolitik, die den Fernverkehr bestellt und bezuschusst wird wie den Nahverkehr. Der mit der Bahnreform geänderte Paragraf 87 e des Grundgesetzes lässt es zu.

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