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neues deutschland: GroKo und SPD

Berlin (ots) - Die Duden-Redaktion beobachtet noch eine Weile, ob sie das Wort des Jahres in die nächste Ausgabe aufnimmt. GroKo für Große Koalition. Voraussetzung ist der Redaktion offenbar ein signifikanter Abbau von Distanz gegenüber der damit beschriebenen politischen Konstruktion. In der SPD-Mitgliedschaft ist dieser Distanzabbau bereits messbar erreicht. Auch wenn nun mancher Kritiker die rund 76 Prozent Zustimmung der Teilnehmer auf die Mitgliederzahl herrunterrechnet, bleibt immer noch über die Hälfte der Mitglieder. Ein satter Vertrauensvorschuss. Dieser sagt allerdings mehr über die Bescheidenheit der SPD als über die Qualität des Koalitionsvertrages. Immer wieder hatte ihre Führung versichert, ohne Politikwechsel werde es keine Große Koalition geben. Ein von vornherein waghalsiger, wenn nicht heuchlerischer Anspruch. Und als Sigmar Gabriel sein Versprechen im Koalitionsvertrag eingelöst sah, reichte dies der Mitgliedschaft offenbar aus. Tatsächlich tun sich dort, wo es keine faulen Kompromisse gibt, bereits die Konflikte der Beteiligten auf: Energie, Datenschutz, Rente. So dass alle Lobhudeleien bereits zu einem bemerkenswert frühen Zeitpunkt fragwürdig erscheinen. Und die große Freude über die demokratische Reife der SPD besonders bedenklich wirkt. Als übergreifende Bereitschaft, sich dem Urteil der Führung zu überantworten. Man mag es Disziplin nennen oder Korpsgeist. An den absehbaren Folgen der GroKo für die SPD 2017 wird das nichts ändern. Selbst wenn sie bis dahin im Duden steht.

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