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Neues Deutschland: zu Rissen im Holocaust-Mahnmal

Berlin (ots)

Skandal! Eine Peinlichkeit. Ärgernis. Die Äthetik
ist pfutsch. So tönt es aus deutschen Medien. Was ist geschehen? Kaum
zwei Jahre nach Eröffnung des Holocaust-Denkmals in Berlin weisen 393
Betonstelen haarfeine Risse auf. Es sehen sich jene bestätigt, die 
schon immer etwas gegen dieses ungewöhnliche Mahnmal hatten, sei es 
aus geschmäcklerischen, prinzipiellen oder inhaltlichen Gründen. Aus 
Übersee versucht Architekt Peter Eisenman die aufgebrachten Gemüter, 
die hämisch feixenden oder Betroffenheit zeigenden, sofortige 
Sanierung einklagenden Deutschen zu beruhigen. Die Stelen könnten 
zwar nicht ausgetauscht werden, da es keinen Kran gebe, der groß 
genug wäre, aber man solle auch nicht dramatisieren: »Es ist ja nicht
so, dass hier alles zerbröselt.«
Fürwahr. Wenn hier etwas bröselt, dann ist es deutscher Verstand. 
Prägnanter als diese Risse könnte das Verhältnis der (nichtjüdischen)
Deutschen zu Juden über Jahrhunderte bis hin zum mörderischen Bruch 
unterm Hakenkreuz kaum versinnbildlicht werden. Man sollte nicht mit 
Kunstharz verschließen und Farbe übertünchen, was wahr ist. 
Betonfachleute mögen die Dramatik chemischer Vorgänge und 
physikalischer Folgen beurteilen. Aber die Risse der Vergangenheit 
sind untilgbar. Das Mahnmal ist nun so vollendet, wie es ehrlicher 
nicht hätte sein können.

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Telefon: 030/293 90 715

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