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02.12.2003 – 15:00

Malteser in Deutschland

Internationaler Tag der Behinderten
Verheerende Signale aus der Politik

      Köln (ots)

"Es ist erschreckend, dass sich ein Klima breit
macht, in dem das Austragen potentiell behinderter Kinder beinahe als
Verstoß gegen 'gute Sitten' und als 'unverantwortliches Handeln'
gebrandmarkt wird, auch wenn Menschen mit Behinderung nicht mehr vom
Staat mit Vernichtung bedroht sind," sagte Johannes Freiherr
Heereman, geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes,
anlässlich des Internationalen Tages der Behinderten.
    
    "Es reicht nicht, dass Politik und Gesellschaft sich bestätigen,
welche Fortschritte mit sozialpolitischen Maßnahmen zur
Gleichstellung Behinderter gemacht wurden. Wir erfüllen damit nur
Selbstverständliches. Aus der Politik kommen Signale, die Menschen
mit Behinderung, ihre Angehörigen und auch die Gesellschaft
beunruhigen müssen," so Heereman. "Was nutzt ein Recht auf bevorzugt
vergebene Arbeitsplätze, wenn die 'positive Eugenik' der
Präimplantationsdiagnostik (PID) oder aber Spätabtreibungen wegen
'Unzumutbarkeit' eines potentiell behinderten Kindes den Menschen mit
Behinderung die Möglichkeit auf Leben schon vor ihrer Geburt
absprichen? Das ist Diskriminierung im frühest möglichen Stadium!"
    
    "Weit wichtiger als alle gesetzgeberischen Aktionen sind Impulse
aus der Politik, die den Eltern behinderter Kinder und den Menschen
mit Behinderung den Rechtfertigungsdruck für das 'Dasein und
Anderssein' nehmen. Dieser Bewusstseinswandel ist aber nur möglich,
wenn für die Politik die Unantastbarkeit der Menschenwürde und das
uneingeschränkte Lebensrecht außer Frage stehen. Die Empfehlung des
Nationalen Ethikrates, PID in Deutschland zu genehmigen und die
jüngst von der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries entfachte
Diskussion über die Einschränkung des Lebensrechts für Embryonen sind
'lebensbedrohlich'!"
    
    "Menschen mit Behinderung bereichern die Gesellschaft. Sie
relativieren die Maßstäbe des 'sinnvollen und nichtsinnvollen' Lebens
in unserer Gemeinschaft. Wir Malteser werden uns gegen jede
Relativierung der Menschenwürde stellen und immer für Menschen mit
Behinderung da sein."


ots Originaltext: Malteser Hilfsdienst e. V.
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Pressekontakt:
Dr. Claudia Kaminski,
Pressesprecherin Malteser Hilfsdienst,
Telefon 0221/9822-125,
mobil:  0160/7077689,
Fax 0221/9822-119;
claudia.kaminski@maltanet.de;
www.malteser.de

Original-Content von: Malteser in Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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