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NRZ: Der IWF kippt Öl ins Feuer - ein Kommentar von JAN JESSEN

Essen (ots) - Wie bringt man ein ohnehin krisengeschütteltes Land, das sich ohnehin in einem revolutionären Umbruch befindet, an den Rand des Kollapses? Man zwingt die amtierende und äußerst fragile Übergangsregierung zu Massenentlassungen im öffentlichen Sektor, zu Rentenkürzungen und dazu, die Subventionierung der Gaspreise für die Bevölkerung zu beenden - weswegen diese Gaspreise um fünfzig Prozent steigen werden. Die Rosskur, die der Internationale Währungsfonds der Ukraine jetzt als Auflage für einen Milliardenkredit verordnet hat, hat das Zeug, das Land vollends in Flammen aufgehen zu lassen. Ja, die Ukraine braucht dringend Hilfe, um nicht bankrott zu gehen. In dieser aufgeheizten Stimmung sind die Auflagen des IWF aber einfach nur eines - das beste Mittel, um radikalen Populisten Aufschwung zu verleihen und das Land weiter zu destabilisieren.

Und dann ist da ja noch das Kandidatenkarussell für die im Mai anstehenden Präsidentschaftswahlen. Aussichtsreich sind die Kandidaturen von Julia Timoschenko und Pjotr Poroschenko, dem Oligarchen, der seinen Hut demnächst in den Ring werfen will. Beide entstammen der alten Nomenklatura, gegen die der Maidan gekämpft hat. Poroschenko gilt zu Recht als Wendehals, Timoschenko wird im Land für das Scheitern der Orangenen Revolution verantwortlich gemacht, und ihre öffentlich gewordenen russophoben Gewaltfantasien zeugen nicht gerade von präsidialer Eignung. Bei beiden Kandidaten fällt es schwer zu glauben, dass sie das Land einen oder versöhnen könnten. Und nichts anderes braucht die Ukraine jetzt mehr denn je.

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