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Westfalenpost: Der Markt ist überhitzt - Zum Rekordpreis bei einer Kunstauktion

Hagen (ots) - Umgerechnet knapp 384 Millionen Euro für ein kleines Bild von zweifelhafter Echtheit. Stimmen da die Verhältnisse noch? Wie vielen Kindern könnte man mit dieser unvorstellbaren Summe Lesen und Schreiben beibringen, wie viele Hungernde satt kriegen? Doch der Kunstmarkt folgt eigenen Gesetzen - und ist seit Jahren überhitzt. Es ist zuviel Geld im Umlauf, das keine Zinsen bringt und deshalb in Bilder investiert wird. Die Unruhen auf der Welt treiben Spekulanten ebenfalls von den gewohnten Investitionsfeldern weg hin zu den Kunst-Auktionen. Theoretisch ist es ja Privatsache, wofür man sein Vermögen ausgibt. Doch die Kunst-Blase schadet der Kunst selbst, vor allem den Museen, die auf Versteigerungen nicht mehr mitbieten können. Kunst gehört definitiv nicht in den Privatsafe eines Milliardärs, sie gehört allen und deshalb allgemein zugänglich an die Wand gehängt. Durch die aberwitzigen, ja unanständigen Preissteigerungen gehen Meisterwerke der Öffentlichkeit für immer verloren. Ansonsten gilt: Der Wert von Kunst bemisst sich nicht in Dollar oder Euro, sondern in der Freude und dem Erkenntnisgewinn beim Betrachten. Und: Für da Vincis Christus-Bild könnte sich ein Fußballverein noch nicht einmal zwei Neymars kaufen.

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