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Westfalenpost: Mandat für Tsipras Von Gerd Höhler

Hagen (ots) - Alexis Tsipras hat es wieder geschafft - und zwar deutlicher als von den Demoskopen erwartet. Die Enttäuschung vieler Wähler über die nicht eingelösten Wahlversprechen des Links-Premiers und die Frustration über das neue Sparprogramm waren groß. Davon profitierte die konservative Nea Dimokratia, die gegenüber der vorigen Wahl leicht zulegen konnte.

Die griechischen Wähler haben Tsipras mehrheitlich im Amt bestätigt. Sie verweigerten ihm aber die absolute Mehrheit, um die er gekämpft hatte. Das ist gut so, denn eine Partei allein kann Griechenlands Probleme nicht lösen - schon gar nicht das zerrissene Linksbündnis Syriza, das am Streit über das neue Spar- und Reformprogramm zu zerbrechen droht. Die bereits vollzogene Abspaltung des linksextremen Flügels könnte Tsipras aber auf längere Sicht helfen. Er hat nun die Chance, Syriza vom linken Rand des politischen Spektrums in die linke Mitte zu führen. Damit könnte sich Syriza neue, gemäßigte Wählerschichten erschließen und von einer Protest- zur Volkspartei werden.

Gerade weil sich Syriza im Umbruch befindet, wäre Tsipras nun gut beraten, eine möglichst breit aufgestellte Koalition zu bilden. Das muss schnell gehen. Die neue Regierung hat keine Zeit zu verlieren. Bald muss Griechenland weitere Reformgesetze verabschieden.

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