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25.08.2008 – 19:27

Westfalenpost

Westfalenpost: Strategie gesucht

Hagen (ots)

Europas Umgang mit Russland
Von Knut Pries
Im Konflikt mit Russland gibt Europa ein schwaches Bild ab. Die EU 
sitzt auf dem Scherbenhaufen dessen, was eine Strategie hätte sein 
sollen. Mal dominierte die Idee, der Westen habe im 
postkommunistischen Russland einen verlässlichen Wertepartner; mal 
behielt das Distanzbedürfnis der Osteuropäer die Oberhand; mal neigte
man der arroganten Vorstellung zu, der Kalte Krieg sei erst wirklich 
gewonnen, wenn der Gegner nicht geschlagen, sondern gedemütigt sei.
 Auf schwankendem Boden macht man indes keine geradlinige Politik. So
beschwor die EU den Wert des neuen Partnerschaftsabkommens, 
gestattete andererseits den Polen, wegen eines nachrangigen Streits 
den Verhandlungsstart zu blockieren. Es ist nicht schön, aber 
begreiflich, dass ein Mann wie Putin angesichts dieser Konfusion des 
Westens auf die Idee kam, da sei als Rivale mehr zu holen denn als 
Partner.
 Es gilt, ihn eines Besseren zu belehren. Dass dabei in der Krise 
nachgeholt werden muss, was in ruhigeren Zeiten versäumt wurde, ist 
misslich. Einen Gefallen freilich haben die Russen mit ihrer 
hemmungslosen Maßregelung des kleinen kaukasischen Nachbarn den 
Europäern getan: Angesichts dieses Invasionstrecks betagter Panzer 
sollte der Abschied von alten Illusionen ebenso möglich sein wie die 
Vermeidung neuer Panik.

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