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Hamburgs Erster Bürgermeister warnt vor raschen Lockerungen

Osnabrück (ots)

Hamburgs Erster Bürgermeister warnt vor raschen Lockerungen

Tschentscher: "Würde die Krise eher verlängern" - Bei Öffnungsschritten "nicht allein an 35er-Inzidenz orientieren"

Osnabrück. Vor dem nächsten Corona-Gipfel hat Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) vor einem raschen Lockdown-Ende gewarnt: "Wir würden die Krise eher verlängern, wenn wir jetzt zu viele Beschränkungen gleichzeitig aufheben", sagte Tschentscher im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Wir müssen eine starke dritte Welle verhindern, bevor uns die Impfungen ausreichend Schutz vor Corona bieten."

Zwar gehe es in der Pandemiebekämpfung "in die Zielgerade", und wenn die Impfquoten in den vulnerablen Personengruppen stiegen, gebe das mehr Sicherheit und erlaube dann auch größere Öffnungsschritte, sagte der SPD-Politiker, mahnte aber zugleich: "Die letzten Kilometer eines Marathons sind die schwersten, da dürfen wir jetzt nicht noch einmal stolpern."

"Sonne und steigende Temperaturen machen uns die Sache leichter", sagte Tschentscher, der selbst Arzt ist, mit Blick auf den erhofften saisonalen Anti-Corona-Effekt. "Aber noch ist die Lage kritisch. Nach einigen Wochen des Rückgangs steigen die Infektionszahlen jetzt bundesweit wieder." Das liege vermutlich auch an der Ausbreitung der ansteckenderen britischen Virusvariante. "Deswegen müssen wir weiterhin Menschenansammlungen vermeiden und konsequent Hygieneregeln und Abstände einhalten - auch im Freien."

An der am 10. Februar festgelegten Öffnungs-Schwelle von 35 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner will aber auch Tschentscher nicht festhalten: "Aufgrund der aktuell eher wieder zunehmenden Infektionsdynamik erreichen wir diesen Wert in nächster Zeit sicher nicht. Wir müssen vorsichtig bleiben, haben uns aber vorgenommen, eine Öffnungsstrategie zu entwickeln, die Planungsperspektiven gibt und sicher ist", sagte Hamburgs Rathauschef. "Die Öffnungsschritte können sich dabei nicht allein an einem Inzidenzwert orientieren. Jeder einzelne Schritt muss kontrolliert erfolgen, indem wir ihn zum Beispiel mit Schnell- oder Selbsttests verbinden." Das Instrument könne helfen, Ausbrüche zu verhindern, wenn etwa das Personal in Kitas und Schulen regelmäßig getestet werde.

Tschentscher schloss einseitige Schritte Hamburgs zur Abschottung aus, sollte das Infektionsgeschehen in den Nachbarregionen wieder hochschnellen. "Nein, das geht nicht", sagte er. Hamburg sei in der Metropolregion eng mit den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen verbunden. "Wir haben jeden Tag allein mehrere Hunderttausend Berufspendler. Deshalb müssen wir uns weiterhin gut abstimmen. Das sehen auch die Ministerpräsidenten Stephan Weil und Daniel Günther und die Landräte der an Hamburg angrenzenden Landkreise so."

Hamburg werde bei Lockerungen auch in den kommenden Wochen "eher vorsichtig bleiben", betonte der Erste Bürgermeister. "Die Pandemie ist in den Metropolen schwieriger zu kontrollieren und kann schneller eskalieren als in den Flächenländern." Die Verbreitung der britischen Variante sei in Hamburg vermutlich "schon höher als im Bundesschnitt", sagte Tschentscher.

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