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23.02.2019 – 07:25

Neue Osnabrücker Zeitung

NOZ: Sarah Wiener: Politiker sollten sich ein Vorbild an Bienen nehmen

Osnabrück (ots)

Sarah Wiener: Politiker sollten sich ein Vorbild an Bienen nehmen

Köchin und Imkerin will ins EU-Parlament - "Viel zu wenig gestochen worden"

Osnabrück. Köchin Sarah Wiener findet, Politik und Gesellschaft können viel von Bienen lernen. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte sie: "Bienen arbeiten für künftige Generationen, die sie nie kennenlernen werden." Das sei vorbildlich, so Wiener, die selbst mehrere Bienenstöcke besitzt. Sie will für die österreichischen Grünen zur Europawahl antreten. Für sie sei das ein logischer Schritt, so Wiener. "Als ernährungspolitisch engagierte Einzelperson bin ich dankbar für die Chance, vielleicht Politik im größeren Umfang mitgestalten zu dürfen."

Wiener sprach sich für bessere Ernährungsbildung aus. Sie warnte: "Es wächst eine Generation heran, die das gar nicht mehr anders kennt, als Fertigprodukte jederzeit und billigst zu konsumieren." Aus ihrer Arbeit mit Kindern wisse sie: "Ganz viele Kinder sind immer wieder erstaunt, dass man Mayonnaise in fünf Minuten selbst machen kann oder Ketchup nicht aus einer Maschine kommt, sondern dass es sich hauptsächlich um Tomaten handelt."

Wiener ist nicht nur Köchin und Besitzerin eines Bauernhofes in Brandenburg, sondern auch Imkerin. Im März will sie zu ihren Erfahrungen mit den Insekten ein Buch veröffentlichen. Bis jetzt sei sie "eher viel zu wenig" gestochen worden. "Bienen sind nicht tückisch oder bösartig. Wenn sie etwas machen - etwa stechen -, hat das gute Gründe. Ich habe meist einen guten Draht zu meinen Tieren", sagte Wiener.

Sarah Wiener: Fleisch aus der Petrischale ist pervers

"Da stellen sich mir Nackenhaare auf" - Köchin plädiert für geringeren Fleischkonsum

Osnabrück. Sarah Wiener hält nichts von künstlich erzeugtem Fleisch aus der Petrischale. Im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte sie: "Als Köchin stellen sich mir da die Nackenhaare bis in die Stratosphäre auf." Derartige Produkte seien "perverser Auswuchs unseres Überlegenheitsdenkens" gegenüber der Natur. Zwar sollten die Menschen generell weniger Fleisch essen, so Wiener. Dies bedeute aber nicht, dass man die Tierhaltung gleich ganz abschaffen müsse. Es gehe um eine vielfältigere Ernährungsweise und artgerechte Tierhaltung. "Die Lösung heißt doch nicht, dass wir uns in Zukunft künstlich die Gicht und die Herz-Kreislauf-Probleme anfressen!"

Immer mehr Anbieter drängen mit künstlich erzeugtem Fleisch aus dem Labor auf den Markt. Auch etablierte Fleischproduzenten wie der Wiesenhof-Mutterkonzern PHW investieren in diesem Bereich. Für Wiener ist das keine Option. "Wer soll uns denn beim Kochen als Pate auf den Schultern sitzen? Biologie und Ökologie oder Pharmakologie und die Chemie-Industrie?"

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