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Neue OZ: Kommentar zu Unternehmen
Migranten

Osnabrück (ots) - Wie einst die Flüchtlinge

Produktive Beiträge von Migranten ließen sich in Deutschland allenfalls im Gemüsehandel messen, ätzte einmal Thilo Sarrazin. Als er wegen dieser und anderer Thesen unter Beschuss geriet, stellte sich der frühere Senator und Banker als nüchterner Analytiker mit ungetrübtem Blick auf Statistiken dar. Aber nach den neuesten Zahlen, die das Wirtschaftsministerium hat zusammentragen lassen, dürfte er noch mehr Probleme haben als ohnehin, seine Provokationen zu begründen. Denn es zeigt sich: Handel und Gastronomie verlieren als Gründerbranchen an Gewicht. Und noch viel wichtiger: Migranten gründen dreimal häufiger Firmen als Einheimische. Wer will, kann daraus also große Kraft herauslesen und den beeindruckenden Willen, sich mit eigenen Händen unter schwierigen Bedingungen eine Existenz aufzubauen, offenbar mit mehr Mut als Deutsche, die lieber eine solide Laufbahn in beruflicher Abhängigkeit anpeilen.

Ein ähnliches Phänomen gab es schon einmal: Als die Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg arm und mittellos im Westen ankamen, hatten sie vermeintlich schlechtere Chancen als jene Familien, die nicht ihr Hab und Gut verloren hatten. Doch Soziologen konnten beobachten, dass gerade Flüchtlingskinder höheren Ehrgeiz und mehr Antrieb zeigten als eingesessene Altersgenossen im hergebrachten Gefüge, mit entsprechend überdurchschnittlichen Erfolgen im späteren Leben.

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