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Neue OZ: Kommentar zu Elfenbeinküste
Konflikte

Osnabrück (ots) - Dasein der Blauhelme

Die letzten Stunden des Machtkampfes von Laurent Gbagbo können als Paradebeispiel für das Ende von Despotien dienen. Dies zeigt sich im Fall des abgewählten ivorischen Staatschefs in zweifacher Weise: Zum einen verkroch sich Gbagbo feige in einem Bunker, als die Truppen seines legitimen Nachfolgers Alassane Ouattara auf dem letzten Schlachtfeld Abidjan die Oberhand gewannen. Zum anderen verhandelte Gbagbo über Waffenstillstand, Kapitulation und Rücktritt, ein Mann, der sein Volk erschießen ließ. Doch mit ihm sollte man nicht mehr verhandeln; er verdient nur Bestrafung.

Für das Ende des Konfliktes in der Elfenbeinküste gebührt gerade den UN-Blauhelmen Dank. Als das Leben von Zivilisten in höchster Gefahr war, ordnete der sonst so passive Generalsekretär Ban Ki Moon den Beschuss von Gbagbos Waffenlagern, dessen Residenz und Palast an. Die stationierte Friedensmission hat den Durchbruch bewirkt und ihr Dasein gerechtfertigt.

Vor der heiklen Aufgabe, Frieden in dem westafrikanischen Staat herzustellen, steht nun etwas anderes: die humanitäre Not zu bekämpfen. In Abidjan, der wirtschaftlich starken Lagunenstadt, traut sich niemand aus dem Haus, Krankenwagen fahren nicht mehr, es fehlt an Nahrung und Wasser. Wird den Bewohnern und Flüchtlingen rasch geholfen, kann das Land den Bürgerkrieg eher gemeinsam kritisch aufarbeiten.

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