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Neue OZ: Kommentar zu Kirche
Zölibat

Osnabrück (ots) - Seelsorge in Gefahr

In der katholischen Kirche in Deutschland wächst der Druck: Die Personalreferenten in den Bistümern haben zunehmend Schwierigkeiten, Pfarrstellen mit Priestern zu besetzen. Der Mangel zwingt dazu, Gemeinden zusammenzulegen, und die Geistlichen müssen wegen der dünnen Personaldecke aufpassen, nicht überlastet und überfordert zu werden.

Schon vor Jahrzehnten wurde daher innerhalb der katholischen Kirche über die Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt diskutiert. Wenn jetzt acht engagierte katholische Unionspolitiker diese eher noch zurückhaltende Forderung erheben, verlangen sie Altbekanntes. Es dürfte die Zustimmung der meisten deutschen Katholiken finden. Und vermutlich wissen die Unionspolitiker, dass ihr Appell in den kommenden Jahren wenig bewirken wird. Auch wären mit verheirateten Priestern nicht schlagartig alle Probleme gelöst.

Dennoch ist es richtig und wichtig, die Bitte in einem Brief an die Bischöfe auszusprechen. Denn die Lage in der Seelsorge hat sich dramatisch verschärft, und es wäre eine Illusion anzunehmen, das Dilemma ließe sich allein mithilfe ausländischer Priester lösen.

Bedauerlich ist die ablehnende Reaktion der deutschen Bischöfe, unverständlich aber die reflexartige Kritik konservativer Kreise an diesem Vorstoß. Wer hier von Anpassung an den Zeitgeist redet, hat die Zeichen der Zeit und die wachsenden Probleme im Alltag der Seelsorger nicht erkannt.

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