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Neue OZ: Kommentar zu EU
Agrar

Osnabrück (ots) - Es wird rauer

Das Feilschen um die EU-Agrarmilliarden nimmt Fahrt auf. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner und ihrem französischen Kollegen Bruno Le Maire gelingt dabei etwas, woran Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy jüngst auf dem EU-Gipfel gescheitert sind: Sie ziehen an einem Strang, lehnen Abstriche an den Subventionen ab.

Doch das Unterfangen wird vermutlich scheitern. Spätestens Mitte November, wenn Agrarkommissar Dacian Ciolos seine Reformpläne näher erläutert, dürfte daran kein Zweifel mehr bestehen. Statt sich an Versprechen zu klammern, die womöglich nicht zu halten sind, wäre Aigner deshalb gut beraten, den Bauern reinen Wein einzuschenken: Bei den bisher jährlich rund sechs Milliarden Euro aus Brüsseler Kassen wird es nicht bleiben. Denn vom süßen EU-Kuchen möchten auch andere kosten: Polen, Rumänien, Bulgarien und das Baltikum fordern ihren Anteil.

Dies ist zwar durchaus berechtigt, darf allerdings keineswegs zu einer Flatrate-Prämie führen. Eine pauschalisierte Beihilfe pro Hektar Fläche wäre nämlich zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht und ungerecht. Denn ein Land wie Polen verfügt nicht nur über große landwirtschaftliche Anbaugebiete, sondern würde zusätzlich von niedrigen Produktionskosten profitieren. Fazit: Die Finanzspritzen bleiben für Bauern unabdingbar. Der Wettbewerb wird für sie dennoch rauer.

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