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Energieberatung, Heizungsoptimierung und Monitoring erhöhen Effekt von Sanierungen
Test an 180 Gebäuden mit neuer Heizung und Dämmung
Schwankungen bei Energieeinsparung zwischen 8 und 50 Prozent

Energieberatung, Heizungsoptimierung und Monitoring erhöhen Effekt von Sanierungen. Schwankungen bei Energieeinsparung zwischen 8 und 50 Prozent. Test: Sanierungen könnten wirksamer sein. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/58889 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke... mehr

Berlin (ots) - Wer beim Sanieren eines Wohnhauses eine möglichst hohe Energieeinsparung erzielen will, sollte besonders auf Energieberatung, Heizungsoptimierung und Monitoring achten. Das ist das Ergebnis eines bundesweiten Feldtests der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online (www.wirksam-sanieren.de). Dazu wurden erstmals 180 bereits sanierte Wohngebäude auf die Wirksamkeit von Maßnahmen wie Heizkesseltausch und Fassadendämmung untersucht. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat das Projekt gefördert.

"In der Öffentlichkeit stehen häufig die Themen Sanierungsquote und -tiefe im Fokus. Die Frage nach der tatsächlichen Wirkung von Sanierungen geht oft unter", sagt co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz. "Unser Sanierungstest zeigt, dass mit ein und derselben Maßnahme in der Praxis oft völlig unterschiedliche Energieeinsparungen erzielt werden. Wird zum Beispiel die Heizung erneuert, schwanken die Ersparnisse bei den Testern von 8 bis 50 Prozent."

Geringe Nachfrage nach Qualitätssicherung, Optimierung und Monitoring

"Wichtige Hebel für den maximalen Erfolg von Sanierungen werden immer noch zu wenig vom Verbraucher nachgefragt. Dabei liegt die Kosten-Nutzen-Rechnung klar auf der Hand", so Loitz. Weniger als die Hälfte der Test-Teilnehmer (40 Prozent) nahm etwa eine Förderung inklusive der damit verbundenen Qualitätsnachweise in Anspruch. Nur 35 Prozent nutzten eine Energieberatung bzw. Maßnahmenbegleitung. In lediglich 31 Prozent der untersuchten Häuser wurde die Heizanlage nach der Sanierung hydraulisch abgeglichen. Kaum einer der Haushalte nutzte Wärmemengenzähler für ein regelmäßiges Monitoring. Bei fast einem Drittel der Häuser (30 Prozent) sind die Leitungen und Armaturen unzureichend gedämmt.

Potenzial für den Klimaschutz: 4,7 bis 6,2 Millionen Tonnen CO2

Laut Sanierungstest (Download auf www.wirksam-sanieren.de) ließe sich die Energieeinsparung bei optimaler Umsetzung der Sanierungen an Gebäudehülle und Heizung um 25 bis 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr erhöhen. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus (110 Quadratmeter Wohnfläche, Gas-Heizung) kämen so in zehn Jahren zusätzlich rund 3.150 Euro weniger an Energiekosten zusammen. Deutschlandweit könnten durch nachträgliche Optimierung jährlich 4,7 bis 6,2 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Weiteres Potenzial bestünde, wenn bei anstehenden Maßnahmen von Beginn an auf eine begleitende Energieberatung, eine Heizungsoptimierung und ein qualitätssicherndes Monitoring gesetzt würde - und wenn geltende Qualitätsstandards in der Energieeinsparverordnung (EnEV) verankert und in der Praxis angewendet würden.

Wirksames Sanieren - darauf sollten Modernisierer achten

co2online empfiehlt Hauseigentümern, bei einer Sanierung folgende Tipps zu berücksichtigen:

1. Energieberatung vor, während und nach der Sanierung

Qualifizierte Beratung hilft, den Gebäudezustand genau zu beurteilen und passende Maßnahmen auszuwählen. Außerdem können Energieberater während der Sanierung auf handwerkliche Qualität achten und im Anschluss den Bewohnern zeigen, wie sie effizient heizen.

2. Fördermittel und Nachweise

Zuschüsse gibt es nicht nur für Maßnahmen, sondern auch für deren qualifizierte Vorbereitung durch eine Energieberatung. Für Fördermittel ist zudem meist die Qualität der handwerklichen Leistung zu sichern und nachzuweisen; zum Beispiel mit einem hydraulischen Abgleich.

3. Heizungsoptimierung

Eigentümer sollten darauf achten, dass der hydraulische Abgleich Teil des Handwerker-Angebots ist. So wird sichergestellt, dass die Heizung korrekt eingestellt und die Wärme effizient verteilt wird. Ein hydraulischer Abgleich ist zudem Voraussetzung für viele Förderprogramme. Auch wer dämmt, sollte anschließend eine Heizungsoptimierung vornehmen lassen, weil sich der Wärmebedarf des Hauses verringert.

4. Monitoring/Feedback zum Energieverbrauch

Wer schon vor der Sanierung Daten zum Heizenergieverbrauch sammelt, kann das Sparpotenzial besser abschätzen und passende Maßnahmen bestimmen lassen. Nachher zeigt die Auswertung der Daten, was die Maßnahme gebracht hat und ob gegebenenfalls nachjustiert werden muss. Möglich ist beides zum Beispiel mit dem Energiesparkonto (www.energiesparkonto.de) und der App EnergieCheck von co2online.

Über "Wirksam sanieren" und co2online

"Wirksam sanieren" (http://www.wirksam-sanieren.de) ist eine Kampagne von co2online, die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unterstützt wird. Herzstück ist ein Sanierungstest mit 180 Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhäusern, bei denen die Heizanlagen erneuert oder die Wärmedämmung verbessert wurde. Der Sanierungstest hat erstmals untersucht, wie groß in diesen Häusern der Unterschied zwischen der technisch möglichen und der tatsächlichen Energieeinsparung ist und wo die Gründe dafür liegen. Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und die SEnerCon sind wissenschaftliche Partner des Forschungsprojekts.

Die gemeinnützige co2online GmbH (http://www.co2online.de) setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Mit onlinebasierten Informationskampagnen, interaktiven EnergiesparChecks und Praxistests motiviert co2online Verbraucher, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Die Handlungsimpulse, die die Aktionen auslösen, tragen nachweislich zur CO2-Minderung bei. Unterstützt wird co2online dabei von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie einem Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

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