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30.07.2019 – 10:11

Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Ein vereintes Europa braucht neue Visionen

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Winfried Böttcher plädiert für ein vereintes Europa, das in Zeiten akuter Krisen neue Visionen braucht

Im Gespräch mit unserem Autor, der Politikwissenschaftler und emeritierter Professor im Bereich der Internationalen Beziehungen ist, beschäftigen wir uns mit "Europas vergessenen Visionären":

Warum brauchen Menschen Visionen?

Böttcher: Schon bei König Salomon heißt es vor 3000 Jahren: "Wo keine Vision ist, werden die Menschen wild und wüst." Jeder Mensch und jede Gesellschaft braucht Ziele, für die es sich lohnt zu leben; Ziele, die einen zukünftig besseren Zustand anstreben. Nur, wenn die Gegenwart ein Durchgangspunkt zu einem höheren und vollkommeneren Zustand bildet, war es der Mühe Wert gelebt zu haben (vgl. Fichte 1879, 104).

Was verbindet Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft?

Böttcher: Die Gedanken "unserer" Visionäre waren geprägt durch den Glauben an ein zukünftig besseres und anderes Europa. Sie erzählen uns, was wir heute sind und wohin wir streben sollen. "Mit ihren Gedanken wirken die Visionen bis in unsere Gegenwart. Sie repräsentieren einen Teil europäischer Kultur, einer Vergewisserung der Vergangenheit, ihrer jeweiligen Gegenwart und eine in Gedanken vorweggenommene Zukunft. Indem die Visionäre ihre Gegenwart erzählen, die unsere Vergangenheit ist, treffen sie mit ihren realistischen Utopien auf unsere heutige Wirklichkeit" (Böttcher 2019, 16).

Welche gemeinsamen Grundüberzeugungen verbinden die "vergessenen Visionäre" in einer 700-jährigen Kulturgeschichte miteinander?

Böttcher: Die Antizipation eines zukünftigen Europas ist für die Visionäre verbunden mit Vorstellungen

- von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit des Individuums; Beseitigung von 
  Armut; gerechter Verteilung der von allen erwirtschafteten Güter;
- einer Politik, die nur dann legitim ist, wenn sie der Moral verpflichtet ist 
  und nicht der Macht, sie unter dem Recht steht; also einer Versittlichung der 
  Politik; einer Politik des Gemeinwohls;
- einer Herrschaft des Völkerrechts im Dienste des Pazifismus mit einem 
  internationalen Gerichtshof einschließlich Sanktionsmechanismen; einem Respekt
  vor Minderheiten; einem Gastrecht für Fremde;
- einer Kultivierung Europas durch Aufklärung; einer Auflösung der 
  Nationalstaaten mit ihren nationalen Souveränitäten; eines Europa ethnisch 
  vielfältiger Völker; einer Vereinigung Europas als sittliche Republik.

Das gleichnamige Buch "Europas vergessene Visionäre" ist im Nomos Verlag erschienen. Darin zeigt Winfried Böttcher, wie einst Visionen entstanden. Das Werk trägt dazu bei, sich vergangener und gegenwärtiger Friedens- und Europavorstellungen zu vergewissern, um die Zukunft des Kontinents zu gestalten.

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