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IGBCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie

BASF-Beschäftigte protestieren gegen Verlagerungspläne von Berlin nach Indien

Kundgebung gegen BASF-Verlagerungspläne:

Beschäftigte kämpfen für Erhalt ihrer Arbeitsplätze in Berlin

Mehr als 300 BASF-Beschäftigte sind heute (27. Februar) für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze in Berlin auf die Straße gegangen: Mit einer Kundgebung vor dem BASF-Servicezentrum im Prenzlauer Berg protestierten sie gegen die Verlagerungspläne des Unternehmens. Der Konzern hatte vor rund zwei Wochen angekündigt, weite Teile der BASF Services Europa von Berlin nach Indien zu verlagern. Um sich dagegen zu wehren und die Unternehmensleitung zu Verhandlungen über Alternativen zu bewegen, rief die Chemie-Gewerkschaft IGBCE zu der heutigen Protestaktion auf.

Mit Schildern, Musik und lauten Parolen machten die Beschäftigten heute Vormittag ihrem Ärger über die völlig überraschende Ankündigung des Unternehmens Luft. Gemäß dem Namen “Readyset” des BASF-Verlagerungsprojektes skandierten sie “Ready? Set? STOP!”. Ihnen zur Seite stand dabei Kai Wegner, der Regierende Bürgermeister Berlins. Er betonte: „Berlin ist seit Jahrzehnten ein hervorragender BASF Standort – mit Innovationskraft, qualifizierten Fachkräften und hoher Produktivität. Unsere Stadt hat sich über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher, innovationsfreundlicher und stabiler Wirtschaftsstandort für die BASF erwiesen. Diese Partnerschaft war stets geprägt von qualifizierten Fachkräften, hoher Produktivität und einem fairen sozialen Ausgleich. Der Berliner Senat setzt sich dafür ein, dass diese gelebte Partnerschaft auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fortgeführt wird. Dafür braucht es offene Gespräche, Transparenz und die Bereitschaft zu tragfähigen Kompromissen - und vor allem einen verantwortungsvollen Umgang mit den Beschäftigten.“

Stephanie Albrecht-Suliak, Leiterin des IGBCE-Landesbezirks Nordost, warf BASF in ihrer Rede unternehmerische Willkür und sozialen Kahlschlag vor: „Wenn der BASF-Vorstand in Ludwigshafen glaubt, er könne weite Bereiche in Berlin geräuschlos abwickeln, dann irrt er sich gewaltig. Denn dieser Standort ist eine Erfolgsgeschichte. Die BASF in Berlin steht für 3000 hochengagierte Beschäftigte, international und leistungsbereit. Diese Beschäftigten liefern herausragende, innovationfähige und wettbewerbsfähige Services. Gemeinsam wurde sich vor über 20 Jahren zum Standort bekannt, gemeinsam haben wir den Standort aufgebaut, die Beschäftigten Verzicht geübt, gemeinsam werden wir den Standort verteidigen. Nicht gegen die Kolleginnen und Kollegen in Indien, sondern gegen einen skrupellosen Arbeitgeber, der Beschäftigte offenbar nur noch als einen lästigen Kostenfaktor sieht, der global alle paar Jahre ausgetauscht werden kann. Wir streiten für eine Berliner Perspektive und für nationale und europäische Resilienz. Und wenn es sein muss, kämpfen wir hier bei der BASF in Berlin sichtbar, laut und unbequem um Fairness und jeden einzelnen Arbeitsplatz. “

IGBCE und Chemie-Arbeitgeber hatten 2005 mit einem speziellen Tarifvertrag möglich gemacht, dass die BASF ihre konzerninternen Dienstleistungen wie Finanzen, Personal oder IT-Aufgaben in Berlin konzentrierte, statt sie wie ursprünglich geplant in die Slowakei auszulagern. Dazu wurden beispielsweise spürbar niedrigere Gehälter und längere Arbeitszeiten vereinbart als im Flächentarifvertrag der Chemieindustrie gelten. Heute arbeiten in Berlin fast 3000 Menschen.

Ansprechpersonen für Presse-Rückfragen:

Denis Lochte, CvD Presse, 0172/3088629, denis.lochte@igbce.de

Rolf Erler, Bezirksleiter Berlin/Mark Brandenburg/MV, 030/30868010, rolf.erler@igbce.de

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Über uns
Die IGBCE ist mit rund 570.000 Mitgliedern die zweitgrößte Industriegewerkschaft Deutschlands. Sie gestaltet die Arbeitsverhältnisse für gut 1,1 Millionen Beschäftigte in mehr als einem Dutzend Branchen, darunter Chemie/Pharma/Biotech, Energie/Rohstoffe/Bergbau, Kunststoff/Kautschuk, Papier, Keramik oder Glas. Vorsitzender der Multibranchengewerkschaft ist seit 2009 Michael Vassiliadis. Hervorgegangen ist die IGBCE 1997 aus einer Fusion der IG Chemie-Papier-Keramik, der IG Bergbau und Energie und der Gewerkschaft Leder.  
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