Österreichische Post AG

EANS-News: Österreichische Post AG Q1–3 2017: ANSTIEG BEI UMSATZ UND ERGEBNIS

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Geschäftszahlen/Bilanz

Wien -
Umsatzanstieg getragen von dynamischem Paketwachstum
- Umsatzanstieg um 2,1 % auf 1.404,7 Mio EUR (exkl. trans-o-flex)
- Briefrückgang (-2,2 %) durch Paketwachstum (+17,8 %) mehr als kompensiert
Ausbau des Serviceangebots und der Logistikstrukturen
- Umfangreiche österreichweite Kapazitätserweiterungen in der Paketlogistik
- Weiterentwicklung des Leistungsportfolios gemäß aktueller Kundenbedürfnisse
Ergebnisanstieg auf Basis der guten Umsatzentwicklung
- EBIT um 3,3 % auf 139,9 Mio EUR verbessert
- Anstieg des Ergebnisses je Aktie auf 1,57 EUR
Ausblick 2017 und 2018
- Leicht steigender Konzernumsatz 2017 prognostiziert (2016: 1.895,6 Mio EUR)
- EBIT 2017 zumindest auf dem Niveau des Vorjahres angepeilt
- Auch 2018 Stabilität hinsichtlich Umsatz- und EBIT-Entwicklung angestrebt

Der Konzernumsatz der Österreichischen Post erreichte in den ersten drei
Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 1.404,7 Mio EUR. Bereinigt um die im
April 2016 verkaufte trans-o-flex entspricht das einem Anstieg um 2,1 %. Auf
Basis der guten Umsatzentwicklung und gepaart mit konsequenter Kostendisziplin
lag das Betriebsergebnis (EBIT) mit 139,9 Mio EUR um 3,3 % über dem Niveau des
Vorjahres. "Wir sind sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung in den ersten
neun Monaten, die vor allem vom dynamischen Paketwachstum getragen wurde. Wir
konnten unsere starke Wettbewerbs­position in diesem hart umkämpften Markt -
aufgrund der ausgezeichneten Zustellqualität und des breiten Angebots an
individuellen Kundenlösungen - auch in der Berichtsperiode gut behaupten. Die
solide Ertragsentwicklung ist ein Beleg dafür, dass die Strategie, Synergien in
der Zustellung von Briefen und Paketen intensiver zu nutzen, richtig ist",
kommentiert Generaldirektor DI Dr. Georg Pölzl.

Zwtl.: Rückgang im Brief durch Paketwachstum kompensiert

Der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen verringerte sich im
Berichtszeitraum um 2,2 % auf 1.054,6 EUR. Die rückläufige Umsatzentwicklung in
den ersten neun Monaten 2017 war vor allem auf den anhaltenden Trend der
elektronischen Substitution des klassischen Briefs zurückzuführen. Im
österreichischen Werbegeschäft ist ein Anstieg im unadressierten Bereich zu
verzeichnen, während sich der Umsatz mit adressierten Werbesendungen reduzierte.
Der Umsatz der Division Paket & Logistik erhöhte sich in den ersten drei
Quartalen des laufenden Geschäftsjahres um 17,8 % auf 350,0 Mio EUR (exkl.
trans-o-flex). Dieses starke Wachstum ist vor allem auf den anhaltenden
E-Commerce-Trend zurückzuführen, der zu einem deutlichen Anstieg bei
Privatkundenpaketen führte. Der Umsatzbasistrend in den ersten neun Monaten 2017
wird mit etwas über 10 % eingeschätzt. In der Berichtsperiode umsatzerhöhend
wirkten Zusatzumsätze durch die neue Produktstruktur rund um das "Päckchen", ein
speziell auf die Anforderungen von Online-Bestellungen ausgerichtetes
Leistungsangebot, das von den Kunden sehr gut angenommen wird.

Zwtl.: Konsequente Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse

Die Österreichische Post ist unangefochtener Marktführer in der Zustellung von
Briefen, Werbe­sendungen und Paketen. "Wir müssen weiterhin unser
Leistungsangebot kontinuierlich verbessern und an unseren hohen
Qualitätsstandards arbeiten, um unseren Wettbewerbsvorsprung auch zukünf­tig zu
halten bzw. auszubauen", so Georg Pölzl. Im Paketbereich profitiert die
Österreichische Post von einem dynamischen Marktwachstum. Die damit verbundene
Wettbewerbsintensität und der Preis­druck werden weiterhin hoch bleiben,
gleichzeitig steigen die Kundenanforderungen hinsichtlich Quali­tät und
Zustellgeschwindigkeit. So wird die Ausweitung des Serviceangebots mit
Selbstbedienungs- und Online-Lösungen, die den Paketversand und -empfang noch
einfacher und bequemer machen, kontinuierlich vorangetrieben. Beispielsweise
soll die Anzahl an Selbstbedienungs-Lösungen mittelfristig mehr als verdoppelt
werden. Auch im Bereich Paketlogistik hat die Österreichische Post viel vor: "Um
das stark wachsende Paketvolumen auch in Zukunft zu meistern, bereiten wir ein
österreichweites Kapazitätserweiterungsprogramm vor. Mittelfristig soll die
Sortierleistung auf 100.000 Pakete pro Stunde mehr als verdoppelt werden",
ergänzt Georg Pölzl.

Auch im Briefbereich ist die Österreichische Post gefordert, ihr
Leistungsangebot an aktuelle Kunden­bedürfnisse anzupassen. Die Kunden fordern
ein breites Leistungsspektrum mit einem hohen Maß an Wahlfreiheit auch
hinsichtlich der Zustellgeschwindigkeit. Das stationäre
Finanzdienstleistungs­geschäft ist strukturell rückläufig, umso mehr gilt es
daher den Kundenbedürfnissen entsprechende zeitgemäße Finanzdienstleistungen zu
definieren. "Wir evaluieren derzeit strategische Optionen und potenzielle
Partnerschaften im Finanzdienstleistungsgeschäft, um ein nachhaltig
zukunftsfähiges Angebot zu gestalten", so Georg Pölzl und ergänzt: "Wir sehen
das Finanzdienstleistungsgeschäft weiterhin als wichtigen Bestandteil unserer
Geschäftstätigkeit, da es eine sinnvolle und effiziente Ergänzung zum
Postdienstleistungsangebot darstellt."

Zwtl.: Klare Positionierung: Verlässlichkeit und Stabilität

Die solide Entwicklung in den ersten neun Monaten 2017 sollte es der
Österreichischen Post ermögli­chen, ihrer klaren Kapitalmarktpositionierung als
verlässlicher Dividendentitel treu zu bleiben. So rech­net die Österreichische
Post für das Gesamtjahr 2017 mit einer leicht positiven Umsatzentwicklung und
peilt ein operatives Ergebnis an, das zumindest auf dem Niveau des Vorjahres
liegen sollte. "Auch für das Jahr 2018 streben wir Stabilität hinsichtlich
Umsatz- und Ergebnisentwicklung an", so Georg Pölzl abschließend.

Die Vollversion des Ausblicks sowie Detailinformationen (Auszüge) aus dem
Zwischenbericht Q1-3 2017 finden Sie im Anschluss an die Kennzahlentabelle. Der
komplette Bericht ist im Internet unter www.post.at/ir --> Reporting verfügbar.


Zwtl.: KENNZAHLEN


                                        Veränderung
Mio EUR            Q1-3 2016 Q1-3 2017 %              Mio EUR Q3 2016 Q3 2017
Umsatz ohne trans- 1.375,5   1.404,7   2,1 %          29,1    439,3   451,0
o-flex
Umsatz             1.510,4   1.404,7   -7,0 %         -105,7  439,3   451,0
davon Division
Brief, Werbepost & 1.078,3   1.054,6   -2,2 %         -23,7   341,6   333,7
Filialen
davon Division     432,0     350,0     -19,0 %        -82,0   97,7    117,2
Paket & Logistik
Division Paket &
Logistik exkl.     297,2     350,0     17,8 %         52,8    97,7    117,2
trans-o-flex
davon Corporate    0,0       0,1       -              0,1     0,0     0,1
Sonstige
betriebliche       50,1      40,4      -19,4 %        -9,7    14,0    12,7
Erträge
Materialaufwand
und Aufwand für    -384,0    -296,5    22,8 %         87,5    -97,7   -100,2
bezogene
Leistungen
Personalaufwand    -784,8    -744,8    5,1 %          40,0    -239,5  -230,4
Sonstige
betriebliche       -200,2    -206,7    -3,2 %         -6,5    -61,1   -80,0
Aufwendungen
Ergebnis aus nach
der Equity-Methode 0,3       1,7       >100 %         1,4     -0,3    2,4
bilanzierten
Finanzanlagen
EBITDA (Ergebnis
vor Zinsen,        191,8     198,7     3,6 %          7,0     54,6    55,4
Steuern und
Abschreibungen)
Abschreibungen     -56,3     -58,8     -4,5 %         -2,5    -17,8   -17,7
EBIT (Ergebnis vor
Zinsen und         135,5     139,9     3,3 %          4,4     36,8    37,7
Steuern)
davon Division
Brief, Werbepost & 197,6     200,0     1,2 %          2,4     54,4    55,1
Filialen
davon Division     24,7      28,9      17,0 %         4,2     7,8     10,0
Paket & Logistik
davon Division
Corporate/         -86,9     -89,1     -2,5 %         -2,2    -25,4   -27,3
Konsolidierung
Sonstiges          -1,3      0,6       >100 %         1,9     -0,8    0,7
Finanzergebnis
EBT (Ergebnis vor  134,2     140,6     4,7 %          6,3     36,1    38,5
Steuern)
Ertragsteuern      -33,8     -34,7     -2,6 %         -0,9    -9,4    -8,8
Periodenergebnis   100,5     105,9     5,4 %          5,4     26,7    29,7
Ergebnis je Aktie  1,49      1,57      5,6 %          0,08    0,39    0,44
(EUR)1
Cashflow aus       158,9     166,5     4,8 %          7,6     49,6    57,6
Geschäftstätigkeit
Investitionen in
Sachanlagen        -56,3     -49,5     12,2 %         6,8     -17,8   -21,5
(CAPEX)
Operativer Free    131,3     135,2     3,0 %          3,9     40,1    42,1
Cashflow2

1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien
2 Free Cashflow vor Akquisitionen/Wertpapieren und vor neuer
Unternehmenszentrale

Zwtl.: Auszüge aus dem Konzern-Lagebericht:

UMSATZENTWICKLUNG IM DETAIL
Der Konzernumsatz der Österreichischen Post reduzierte sich in den ersten drei
Quartalen 2017 ge­genüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 105,7 Mio EUR auf
1.404,7 Mio EUR. Dieser Rück­gang ist auf den Verkauf des Tochterunternehmens
trans-o-flex im April 2016 zurückzuführen. Berei­nigt um trans-o-flex erhöhte
sich der Umsatz um 29,1 Mio EUR bzw. 2,1 %. Im dritten Quartal 2017 lag der
Konzern­umsatz mit 451,0 Mio EUR um 2,7 % über dem Vorjahr. Das dynamische
Paketwachstum konnte die Umsatzrückgänge im Briefgeschäft in der Berichtsperiode
mehr als kompensieren. Umsatzerhöhend wirkte zudem die Einführung einer
vereinfachten Produktstruktur mit 1. Jänner 2017, die insbesondere ein den
Anforderungen des E-Commerce-Marktes entsprechendes Sendungs­angebot rund um das
"Päckchen" umfasst. Demgegenüber standen im Vorjahresvergleich geringere
Umsatzbeiträge aus Wahlen. In der separaten Betrachtung des dritten Quartals
lagen die Wahlum­sätze im Jahr 2017 aufgrund der Nationalratswahl über dem
Vorjahr. Da im ersten Halbjahr 2017 keine wesentlichen Wahlen stattfanden,
wurden in der gesamten Berichtsperiode jedoch bedeutend geringere Umsatzbeiträge
aus Wahlen als noch im Vorjahr erzielt.
Der Umsatz der Division Brief, Werbepost & Filialen von 1.054,6 Mio EUR stammte
zu 54,4 % aus dem Bereich Briefpost & Mail Solutions, zu 28,3 % aus Werbepost
und zu 9,2 % aus Medienpost, also der Zustellung von Zeitungen und Magazinen.
Zudem wurden 8,2 % des Umsatzes mit Filial­dienstleistungen erwirtschaftet. Im
Bereich Briefpost & Mail Solutions lag der Umsatz in den ersten drei Quartalen
2017 mit 573,4 Mio EUR um 1,9 % unter dem Niveau des Vorjahres. Im dritten
Quartal 2017 reduzierte sich der Umsatz in diesem Bereich um 1,7 % auf 177,8 Mio
EUR. Positiv auf die Umsatzentwicklung wirkten Mix-Effekte durch die neue
Produktstruktur und die Tarifanpassung einzelner Produkte wie beispiels­weise
des Rückscheinbriefs. Zudem waren in der Berichtsperiode vermehrte
Einmalaussendungen einzelner Kunden - vor allem aus den Branchen Banken und
Versicherungen - zu verzeichnen. Als gegenläufiger umsatzmindernder Effekt ist
der Segmentwechsel der bulgarischen Tochtergesellschaft M&BM Express OOD zu
nennen, die seit 1. Jänner 2017 in der Division Paket & Logistik dargestellt
wird. Zudem zählte die Berichtsperiode einen Werktag weniger als die
Vergleichsperiode des Vorjahres. Die rückläufige Volumenentwicklung infolge der
Substitution von Briefen durch elektronische Kommunikationsformen setzte sich
fort, unter Einbeziehung der erwähnten Umsatzeffekte lag der Basistrend der
Volumen­entwicklung in der Berichtsperiode bei etwa minus 5 %. Der Bereich
Werbe­post verzeichnete in den ersten neun Monaten 2017 einen Umsatzrückgang von
2,0 % auf 298,3 Mio EUR, im dritten Quartal 2017 reduzierte sich der Umsatz um
3,0 %. Ein wesentlicher Faktor für den Umsatzrückgang der ersten neun Monate war
der Raum Südost- und Osteuropa, da sich die Österreichische Post in dieser
Region auf den Paketbereich konzentriert und sich aus dem Brief­geschäft
sukzessive zurückzieht. Der Umsatzrückgang im südost- und osteuropäischen
Werbe­geschäft betrug 3,3 Mio EUR und war vor allem durch die Entkonsolidierung
der rumänischen Gesell­schaft PostMaster s.r.l. begründet. Im österreichischen
Werbegeschäft ist eine Zunahme im unadres­sierten Bereich (v.a.
Lebensmittelhandel) zu verzeichnen, während sich die adressierte Werbepost
rückläufig entwickelte. Insgesamt wurden in der Berichtsperiode weniger
Werbeumsätze durch Wahlen generiert, wobei im Periodenvergleich des dritten
Quartals die Umsatzbeiträge etwas höher ausfielen. Der Umsatz mit Medienpost
reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 % auf 96,8 Mio EUR. Diese
Entwicklung ist im Wesentlichen auf das rückläufige Abonnementgeschäft von
Zeitungen und Magazinen zurückzuführen. Im dritten Quartal lag der Rückgang im
Bereich Medien­post bei 5,3 %. Der Umsatz mit Filialdienstleistungen lag in den
ersten neun Monaten 2017 mit 86,2 Mio EUR um 1,8 % unter dem Niveau des
Vorjahres, im dritten Quartal reduzierte sich der Um­satz um 0,4 %. Bei
Handelswaren wurde zwar ein Anstieg verzeichnet, der Umsatz mit
Finanzdienst­leistungen zeigte hingegen einen strukturell rückläufigen Trend.
Der Umsatz der Division Paket & Logistik reduzierte sich in den ersten drei
Quartalen 2017 von 432,0 Mio EUR auf 350,0 Mio EUR. Abzüglich der mit April 2016
entkonsolidierten trans-o-flex, die im Vorjahr Umsatzerlöse von 134,8 Mio EUR
beisteuerte, erhöhte sich der Divisionsumsatz um 17,8 %. Der Umsatzbasistrend in
den ersten neun Monaten 2017 wird mit über 10 % eingeschätzt. In der
Be­richtsperiode umsatzerhöhend wirkte die Einführung der vereinfachten
Produktstruktur rund um das neue Produkt "Päckchen" - ein speziell auf die
Anforderungen von Online-Bestellungen ausgerichte­tes Leistungsangebot. Zudem
erfolgte mit 1. Jänner 2017 der Segmentwechsel der bulgarischen
Tochter­gesellschaft M&BM Express OOD, die in der Vergleichsperiode des
Vorjahres noch in der Divi­sion Brief, Werbepost & Filialen erfasst wurde.
Bereinigt um die M&BM Express OOD erhöhte sich der Umsatz der Division Paket &
Logistik um 15,3 %.Das starke Wachstum im Paketgeschäft ist vor allem auf den
anhaltenden E-Commerce-Trend zurückzuführen, der zu einem deutlichen Anstieg bei
Privat­kundenpaketen führte. Generell entwickelt sich der Paketmarkt in
Österreich sehr dynamisch und zeigt zweistellige Wachstumsraten. Die
Österreichische Post konnte auch in der Berichtsperiode am Marktwachstum
partizipieren. Es herrscht weiterhin intensiver Wettbewerb, gleichzeitig nehmen
die Anforderungen hinsichtlich Qualität und Zustellgeschwindigkeit sowie der
Preisdruck zu. Eine Betrachtung nach Regionen zeigt, dass in den ersten drei
Quartalen 80,0 % der Divisionsumsätze in Österreich erzielt wurden, 20,0 % der
Umsätze entfielen auf die Tochtergesellschaften in Süd­ost- und Osteuropa.
Sowohl das Geschäft in Österreich als auch in den CEE-/SEE-Märkten zeigte
deutliche Steigerungsraten. In Österreich wurde in den ersten neun Monaten 2017
ein Umsatzanstieg von 16,6 % und im dritten Quartal von 19,2 % erzielt. Für den
Raum Südost- und Osteuropa wurde in den ersten neun Monaten ein Umsatzplus von
22,8 % ausgewiesen, wobei davon 7,4 Mio EUR auf den Segmentwechsel der M&BM
Express OOD, Bulgarien, entfielen. Auf vergleichbarer Basis ver­buchte der CEE-/
SEE-Raum in den ersten drei Quartalen 2017 einen Umsatzanstieg von 9,8 %.

AUFWANDS- UND ERGEBNISENTWICKLUNG
Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen reduzierte sich in der
Berichtsperiode auf 296,5 Mio EUR nach 384,0 Mio EUR im Vorjahr. Unter
Berücksichtigung des Verkaufs der trans-o-flex kam es bei dieser
Aufwandsposition zu einem Anstieg, der vor allem auf zusätzlich bezogene
Transport­dienstleistungen durch gestiegene Paketmengen zurückzuführen war.
Der Personalaufwand der Österreichischen Post belief sich in den ersten drei
Quartalen 2017 auf 744,8 Mio EUR, was einem Rückgang von 5,1 % entspricht. Auf
vergleichbarer Basis, also ohne Be­rücksichtigung der trans-o-flex, lag der
Personalaufwand der Berichtsperiode ebenfalls unter dem Niveau der
Vergleichsperiode des Vorjahres. Durch die konsequente Fortführung der Maßnahmen
zur Effizienzsteigerung und zur Verbesserung der Personalstruktur konnten die
jährlichen kollektiv­vertraglichen Gehaltssteigerungen und Biennalsprünge
kompensiert werden, wodurch der operative Personalaufwand leicht unter dem
Vorjahresniveau lag. Zusätzlich zu den operativen Personalkosten umfasst der
Personalaufwand der Österreichischen Post auch diverse nicht-operative
Personal­aufwendungen wie Abfertigungen und Rückstellungsveränderungen, die
primär auf die spezifische Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter der
Österreichischen Post zurückzuführen sind. Diese nicht-operativen
Personalaufwendungen inklusive Rückstellungsveränderungen durch
Rechnungs­zinssatzanpassungen lagen mit 26,3 Mio EUR unter dem Niveau des
Vorjahres. Die nicht-operativen Personalaufwendungen der Berichtsperiode
entfielen vor allem auf Aufwendungen für Abfertigungen und Sozialplan­modelle.
Gegenläufig wirkte ein positiver Ergebniseffekt in Höhe von 5,5 Mio EUR, der aus
einer Anpassung der Rechnungszinssätze diverser Personalrückstellungen auf Basis
der Entwick­lung der internationalen Zinslandschaft resultierte.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich in der aktuellen
Berichtsperiode auf 206,7 Mio EUR, was bereinigt um die verkaufte trans-o-flex
einem deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Neben zusätzlichen
Aufwendungen in den Bereichen EDV und Beratung war dieser Anstieg auch auf
Aufwendungen im Zusammenhang mit periodenfremden Lohnnebenkosten zurückzuführen.
Etwaige Ersatzleistungen für Rückforderungsansprüche für in Vorperioden bezahlte
Lohnnebenkosten wurden neu bewertet und die korrespondierende Rückstellung um
8,9 Mio EUR er­höht.
Auf Basis der soliden Umsatzentwicklung erhöhte sich das EBITDA in den ersten
neun Monaten 2017 um 3,6 % bzw. 7,0 Mio EUR auf 198,7 Mio EUR. Dies entspricht
einer EBITDA-Marge von 14,1 %. Die Abschreibungen lagen mit 58,8 Mio EUR um 2,5
Mio EUR über dem Vorjahr. Während in der aktuellen Berichtsperiode
Wertminderungen von insgesamt 5,4 Mio EUR durchgeführt wurden, fielen in der
Ver­gleichsperiode des Vorjahres Wertminderungen im Ausmaß von 2,0 Mio EUR an.
Damit wurde in den ersten neun Monaten 2017 mit 139,9 Mio EUR ein EBIT erreicht,
das um 4,4 Mio EUR bzw. 3,3 % über dem Niveau des Vorjahres lag. Die EBIT-Marge
beträgt 10,0 %.
Das Ergebnis vor Steuern erreichte demnach 140,6 Mio EUR im Vergleich zu 134,2
Mio EUR im Vor­jahr. Der Steueraufwand betrug 34,7 Mio EUR, dies entspricht
einem Anstieg von 0,9 Mio EUR im Ver­gleich zu den ersten neun Monaten 2016.
Nach Abzug der Steuern ergibt sich damit für die Berichts­periode ein
Periodenergebnis (Ergebnis nach Steuern) von 105,9 Mio EUR, nach 100,5 Mio EUR
im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie erreichte demnach 1,57 EUR für
die ersten neun Mo­nate 2017 (Q1-3 2016: 1,49 EUR pro Aktie).
Nach Divisionen betrachtet, verzeichnete die Division Brief, Werbepost &
Filialen in den ersten neun Monaten 2017 ein EBITDA von 217,8 Mio EUR. Dies
entspricht einem Rückgang von 2,7 %. Das Divisions-EBIT verbesserte sich in der
Berichtsperiode trotz rückläufiger Umsatzerlöse um 1,2 % auf 200,0 Mio EUR.
Positiv auf das Ergebnis wirkten sich in der Berichtsperiode die Intensivierung
der Logistik­synergien und die vermehrte Zustellung des neuen Produkts
"Päckchen" durch die Brieflogistik aus.
Die Division Paket & Logistik generierte in den ersten neun Monaten 2017 ein
EBITDA von 39,5 Mio EUR nach 33,2 Mio EUR im Vorjahr. Das EBIT lag bei 28,9 Mio
EUR und damit um 17,0 % über der Vergleichsperiode 2016. Diese hohe
Profitabilität ist vor allem auf die gute Auslastung der Logistikinfrastruktur
im österreichischen Paketgeschäft zurückzuführen.
Die Division Corporate enthält Aufwendungen zentraler Einheiten des Konzerns,
die nicht weiter­verrechnet werden, sowie zugeordnete Personalrückstellungen und
Vorsorgen. Darüber hinaus beinhaltet die Division die Bereiche
Innovationsmanagement und Entwicklung neuer Geschäfts­modelle. Das EBIT der
Division Corporate (inkl. Konsolidierung) reduzierte sich um 2,2 Mio EUR auf
minus 89,1 Mio EUR. Ergebniserhöhend wirkte eine Anhebung des
Rechnungszinssatzes für verzins­liche Personal­rückstellungen. Als gegenläufiger
Effekt sind erhöhte Aufwendungen für Sozialplan­modelle und im Zusammenhang mit
periodenfremden Lohnnebenkosten zu nennen.

CASHFLOW UND BILANZ
Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit erreichte in der Berichtsperiode 166,5
Mio EUR nach 158,9 Mio EUR im Vorjahr. Dies entspricht einem Anstieg von 7,6 Mio
EUR, was zum Teil auf höhere Auszahlungen im Zusammenhang mit Rückstellungen in
der Vergleichsperiode des Vorjahres zurück­zuführen ist. Die Zahlungen für den
Erwerb von Sachanlagen (CAPEX) lagen in den ersten neun Mo­naten 2017 mit 49,5
Mio EUR unter dem Wert des Vorjahres von 56,3 Mio EUR. Diese Differenz ist vor
allem auf geringere Zahlungen im Zusammenhang mit dem Bau der neuen
Unternehmenszentrale zurückzuführen, die in der aktuellen Berichtsperiode in
Summe 18,8 Mio EUR betrugen. Der operative Free Cashflow erreichte 135,2 Mio EUR
nach 131,3 Mio EUR im Vorjahr.
Die Österreichische Post setzt auf eine konservative Bilanz- und
Finanzierungsstruktur. Dies zeigt sich an der hohen Eigenkapitalquote, den
geringen Finanzverbindlichkeiten und der soliden Zahlungs­mittelveranlagung mit
möglichst geringem Risiko. Das Eigenkapital des Österreichischen Post Konzerns
lag per 30. September 2017 bei 648,1 Mio EUR, dies ergibt eine
Eigen­kapitalquote von 43,3 %. Die Analyse der Finanzpositionen des Unternehmens
zeigt einen hohen Bestand an Finanzmitteln. Hierzu zählen Zahlungsmittel und
Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 259,4 Mio EUR sowie Finanzinvestitionen in
Wertpapiere in Höhe von 61,0 Mio EUR. Diesen Finanzmitteln stehen
Finanzverbindlichkeiten von lediglich 6,3 Mio EUR gegenüber.

AUSBLICK 2017 UND 2018
Die Entwicklungen in den ersten drei Quartalen 2017 belegen die generellen
Basistrends des Brief- und Paketgeschäfts. Im klassischen adressierten
Briefgeschäft rechnet das Unternehmen für das Ge­samtjahr 2017 mit
Volumenrückgängen von etwa 5 % p.a., wobei die Mengenentwicklungen in den
einzelnen Kundensegmenten differieren. Der Bereich Werbesendungen ist stark von
den Werbe­budgets der Unternehmen sowie vom Konjunkturumfeld abhängig und damit
Schwankungen unter­worfen. Im Paketbereich entwickeln sich die Mengen durch das
zunehmende Online-Shopping positiv. Der E-Commerce-Trend sollte weiterhin zu
einem zweistelligen Mengenwachstum bei Privatkunden­paketen führen. Gleichzeitig
steigen die Kundenanforderungen hinsichtlich Qualität und Zustellung, bei
tendenziell zunehmendem Preisdruck.
Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet die Österreichische Post mit einer leicht
steigenden Umsatzentwicklung (vergleichbarer Umsatz ohne trans-o-flex 2016:
1.895,6 Mio EUR). Auf Basis der erwarteten umsatzseitigen Entwicklung gepaart
mit konsequenter Kostendisziplin peilt das Unternehmen im Jahr 2017 ein
operatives Ergebnis an, das zumindest auf dem Niveau des Vorjahres liegt (EBIT
2016: 202,3 Mio EUR). Außerhalb des operativen Bereichs könnten Chancen und
Risiken durch Sondereffekte die Ergebnisentwicklung sowohl positiv als auch
negativ beeinflussen. In Summe sind im Jahr 2017 operative
Sachanlageninvestitionen (CAPEX) in Höhe von 70 bis 80 Mio EUR vor allem in den
Bereichen Sortiertechnik, Logistik und Kunden­lösungen geplant. Darüber hinaus
wurden die Bauarbeiten der neuen Unternehmenszentrale gemäß Plan im Herbst 2017
abgeschlossen.
Auch für das Geschäftsjahr 2018 geht das Unternehmen in Summe von einer
weiterhin stabilen Um­satzentwicklung aus. Die erwartete Geschäftsentwicklung
beinhaltet diverse Planungsprämissen, wie etwa das Anhalten der Basistrends im
Brief- und Paketgeschäft: Während beim adressierten Brief­volumen weiterhin mit
Rückgängen von etwa 5 % p.a. gerechnet werden muss, sollte der Umsatz mit
Werbesendungen vom prognostizierten Konjunkturaufschwung gestützt werden.
Mittelfristig ist die Österreichische Post gefordert, ihr Leistungsangebot im
Briefbereich an aktuelle Kundenbedürfnisse anzupassen. Dem internationalen Trend
folgend, beabsichtigt das Unternehmen, die Wahlfreiheit für Kunden zu erhöhen.
Zusätzlich zu Briefprodukten, die bereits am nächsten Tag zugestellt werden,
sol­len im Rahmen des Universaldienstes im Laufe des Jahres auch
Dienstleistungen angeboten werden, bei denen Kunden eine Zustellung innerhalb
von zwei bis drei Werktagen wählen können.
Im Filialnetz ist davon auszugehen, dass sich die strukturell bedingten
Veränderungen im Finanzdienstleistungs­geschäft fortsetzen. Daher gilt es,
zeitgemäße Produkte und Services zu definieren, die auch zukünftig das
Serviceangebot im Filialnetz erweitern. Dabei werden alle strategischen Optionen
nach dem Ende der Kooperationsvereinbarung mit dem aktuellen Bankpartner BAWAG
P.S.K. evaluiert. Diese endet unter Einhaltung der Kündigungsfristen mit 31.
Dezember 2020. Das Finanzdienstleistungsgeschäft soll weiterhin ein wichtiger
Bestandteil der Geschäftstätigkeit der Österreichischen Post bleiben, da es eine
sinnvolle Ergänzung zum Postdienstleistungsangebot darstellt.
Am österreichischen Paketmarkt sind durch den anhaltenden Online-Shopping-Boom
zweistellige Wachstumsraten zu erwarten. Daraus könnte intensiverer Wettbewerb,
stärkerer Preisdruck oder eine partielle Eigenzustellung ein­zelner
Großversender resultieren. Basierend auf dem robusten Marktwachstum und
potenziellen Marktanteilsverschiebungen sind im Paketgeschäft der
Österreichischen Post daher Wachstumsraten im mittleren einstelligen bis zum
niedrig zweistelligen Bereich möglich.
Hinsichtlich der Ertragsentwicklung verfolgt die Österreichische Post im Jahr
2018 das Ziel der Stabilität im operativen Ergebnis. Um die Effizienz in allen
Leistungsbereichen weiter zu erhöhen, optimiert die Österreichische Post laufend
ihre Strukturen und Prozesse. Trotz der rückläufigen Volumen­entwicklung rechnet
das Unternehmen mit einer guten Auslastung der Brieflogistik, da durch die
gemeinsame Zustellung von Briefen und Paketen Kapazitäten effizienter genutzt
werden. Demge­genüber ist die Österreichische Post gefordert, den
Herausforderungen des strukturell rückläufigen stationären
Finanzdienstleistungsgeschäfts zu begegnen und das Produktangebot sowie die
Kapazitä­ten entsprechend anzupassen. Insgesamt sollten diese Maßnahmen zu einer
stabilen Ergebnis­entwicklung 2018 beitragen.
Die Österreichische Post wird weiterhin konsequent in die Bereiche
Effizienzsteigerung und Servicequalität an der Kundenschnittstelle investieren.
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Marktwachstums im Bereich der
Privatkundenpakete werden Maßnahmen getroffen, um die Kapazitäten entsprechend
zu erweitern und die Sortierleistung innerhalb der nächsten vier Jahre zu
verdoppeln. So sind mittelfristig steigende Investitionen im Bereich
Paketlogistik in Österreich vor­gesehen. Neben den laufenden Investitionen im
Kerngeschäft von rund 60 Mio EUR pro Jahr sind in den nächsten Jahren zusätzlich
Wachstumsinvestitionen von durchschnittlich 40 bis 50 Mio EUR pro Jahr geplant.
Den erwirtschafteten operativen Cashflow wird die Österreichische Post wie
bisher um­sichtig und zielgerichtet für nachhaltige Zukunftsinvestitionen
einsetzen. Es wird weiterhin mit einer soliden Cashflow-Entwicklung gerechnet,
die der Österreichischen Post die Fortsetzung ihrer attraktiven
Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von zumindest 75 % des
Nettoergebnisses ermöglicht.



Rückfragehinweis:
Österreichische Post AG
DI Harald Hagenauer
Leitung Investor Relations, Konzernrevision & Compliance 
Tel.: +43 (0) 57767-30400
harald.hagenauer@post.at	

Österreichische Post AG
Mag. Ingeborg Gratzer
Leitung Presse & Interne Kommunikation
Tel.: +43 (0) 57767-32010
ingeborg.gratzer@post.at

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