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WAZ: Mut und ungewöhnliche Ideen - Kommentar von Gianna Schlosser

Essen (ots) - Längst sind sie vorbei, die Zeiten, da man als Berufseinsteiger im Ruhrgebiet zwangsläufig den Fußstapfen der Eltern in die Großkonzerne folgte. Die Mentalität hat sich gewandelt: Ein Unternehmen zu gründen, etwas Eigenes aufzubauen ist jetzt für viele eine Option.

Skeptiker mögen einwenden, dass es die Jobs von damals eben gar nicht mehr in dem Maße gibt, dass die Jungen ja eigentlich gezwungen sind, nach Alternativen zu suchen. Dass nun vielleicht auch gründet, aus der Not heraus, wer in einem festen Arbeitsverhältnis mit festen Vorgaben und Strukturen besser aufgehoben wäre. Aber gibt es heute nicht viel mehr Felder als früher, die mit neuen Ideen beackert werden können und sogar müssen? Natürlich ist nicht jeder Gründer zum Gründer geboren. Natürlich ist nicht jede Idee Gold wert. Umso wichtiger, dass etablierte Unternehmen die Start-ups mit Kapital, Know-how und Kontakten anschieben - und zwar nicht nur, um sich die Start-up-Förderung auf die Fahnen schreiben zu können, gleich neben Nachhaltigkeitsbemühungen und Work-Life-Balance. Sondern weil sie es ernst damit meinen.

Soll das Ruhrgebiet zur Start-up-Metropole werden, braucht es vor allem Mut. Den Mut, etwas Neues, Verrücktes zu wagen, auch wenn es nicht sofort Geld einbringt. Den Mut, an ungewöhnliche Menschen mit ungewöhnlichen Ideen zu glauben. Den Mut, das Scheitern zu erlauben. Und Mut, ein Projekt fallenzulassen, das nichts taugt. Nicht um aufzugeben, sondern um noch einmal ganz von vorn zu beginnen.

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