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WAZ: Gegen Stress hilft: Entschleunigung. Kommentar von Wilfried Goebels

Essen (ots) - Der rasante Anstieg psychischer Erkrankungen wird für das Gesundheitssystem zu einem drängenden Problem. Bereits jede fünfte Reha-Maßnahme geht auf eine kranke Psyche zurück. Und bei Krankschreibungen liegen psychische Probleme hinter Rückenschmerzen auf Platz zwei der häufigsten Erkrankungen. Eine bessere Diagnostik und die gestiegene Bereitschaft der Patienten, professionelle Hilfe zu suchen, sind positive Ansätze. Entscheidend aber bleibt eine gezielte Ursachenforschung, warum so viele Menschen krank werden. Schon heute sind Burn-out und andere psychische Erkrankungen die häufigsten Ursachen für den Bezug von Erwerbsminderungsrenten. Die kranke Psyche wird auch finanziell zur gewaltigen Belastung für die Sozialsysteme. Die Hoffung von Ministerin Steffens auf einen Kulturwechsel in der Arbeitswelt, also weg vom "Höher, Schneller, Weiter", wird sich so bald nicht erfüllen. Die Erkenntnis, dass viele körperliche Erkrankungen psychische Ursachen haben, ist lange bekannt. Was aber fehlt, sind gangbare Ansätze zur Entschleunigung. Der Mensch ist keine Maschine. Übermäßiger Stress und anhaltende Erschöpfung von Mitarbeitern werden auf Dauer die Produktivität im Betrieb sicher nicht steigern.

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