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WAZ: Simple Parolen. Kommentar von Christopher Onkelbach

Essen (ots) - Erfolgreich ist, was Stimmen bringt. Für den Werbefachmann gibt es keine moralisch keimfreie Reklame, das ist auch gar nicht sein Ziel. Er will ein Produkt verkaufen. Zahnbürste, Socke oder Waschmittel - ganz egal. An eine politische Kampagne gehen die PR-Strategen ganz ähnlich heran. Nach dem Vorbild USA gilt "negative campaigning", also negative Wahlwerbung, als wirkungsvoll. Wenn es gelingt, ein Schreckensszenario aufzubauen und beim Wähler Wut oder Protest zu erzeugen, dann ist man am Ziel. Man sollte indes bedenken, dass Politiker keine Produkte sind und Parteien keine Marken, deren Vorteile man wie Automodelle anpreisen kann. In Europa ist Deutschland eine Insel der Seligen. Krisen heraufzubeschwören, um sich als Retter zu profilieren, könnten die Wähler unredlich finden. Wenn die großen Parteien auf Probleme wie Zuwanderung - siehe Duisburg - und Kriminalität hinweisen, könnte das rasch auf sie selbst zurückfallen. Schließlich sind sie für diese Missstände zum Teil selbst verantwortlich.

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