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WAZ: Aus der Not geboren - Kommentar von Thomas Wels

Essen (ots) - Die IG  BCE hat Erfahrung mit Strukturwandel. Das Auslaufen des subventionierten Steinkohlebergbaus gelingt, ohne dass ein Kumpel ins Bergfreie fällt. Das ist mehr als es in den meisten Branchen in freier Wildbahn gibt. Den Steuerzahler hat das viel Geld gekostet. 140 Milliarden Euro waren der Preis dafür, dass im Revier nicht arbeitslose Kumpel zu Zehntausenden auf der Straße standen. Der Vertrag zur Beendigung des Steinkohlebergbaus gilt als Jahrhundertwerk. Es lohnt also genau hinzuhören, was Vassiliadis mit dem nationalen Verbund für Steinkohlekraftwerke vorschlägt: letztlich eine Gesellschaft, die das Ende der Steinkohleverstromung über einige Jahrzehnte hinweg organisiert, ohne Tausende Arbeitslose zurückzulassen. Gerade dem gebeutelten Ruhrgebiet droht als Folge der Energiewende erneut ein Strukturbruch, wenn die Flut an Erneuerbaren unkontrolliert Kraftwerke aus dem Markt schwemmt. Mit Marktwirtschaft hat der Vorschlag freilich nichts zu tun, die Energiewende aber auch nicht. Sie dürfte bis 2030 die Stromkunden 340 Milliarden Euro Subventionen gekostet haben. Die Verwerfungen, die das auslöst, treffen die Heimat von RWE und Steag am stärksten. Nebenbei bemerkt: Den Revier-Stadtwerken, die 1,2 Milliarden Euro für Steag auf den Tisch legen, ist der Vorschlag ein leuchtendes Schild in tiefer Dunkelheit, auf dem steht: Notausgang.

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