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04.11.2013 – 05:00

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

WAZ: Städte wollen Verbot von Glücksspiel-Automaten in Gaststätten

Essen (ots)

Die Städte in Deutschland machen Front gegen die Spielsucht. Sie fordern, dass die künftige Bundesregierung den Betrieb von Geldspielautomaten in Kneipen und Gaststätten generell verbietet. Heute sind dort bis zu drei Automaten erlaubt.

Auch in Spielhallen sollten nur noch die Unterhaltungsspiele erlaubt sein, die keine Gewinnmöglichkeiten eröffnen, sagte Helmut Dedy, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, im Gespräch mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Montagausgabe) in Essen.

Laut Dedy leiden rund eine halbe Million Menschen in Deutschland leiden unter Spielsucht. "Drei Viertel aller Spielsüchtigen geben an, dass Geldspielgeräte der Einstieg waren", so Dedy. Es sei ein "ernstzunehmendes Problem", dass seit der Liberalisierung der Spieleverordnung 2006 die Zahl der Glücksspielautomaten um ein Drittel auf über 240.000 gestiegen sei. "Die Branche setzt inzwischen jährlich 18,1 Milliarden Euro um. Gleichzeitig verschandeln Spielhallen die Städte."

Der Vorstoß des Städtetages ist eine Reaktion auf das Scheitern eines Gesetzentwurfs in der letzten Wahlperiode. Damals unter der schwarz-gelben Bundesregierung sollten weniger tiefgehende Korrekturen, so die Reduzierung der Zahl der Spielgeräte auf eines, vorgenommen werden. Wegen einer breiten Debatte im Bundesrat gelang es aber nicht mehr, das Gesetz vor der Bundestagswahl zu verabschieden. Offenbar sehen die Kommunen jetzt die Chance für einen neuen, viel weiter reichenden Anlauf. Ein Verbot von Glücksspielautomaten in Gastst ätten sei auch deshalb sinnvoll, weil "das geltende Spielverbot für unter 18-Jährige dort nicht eingehalten wird", sagte Dedy. Dagegen sei nach einem Verbot der Einsatz der Automaten nur noch in Spielcasinos erlaubt. "Dort kann Jugendlichen der Zugang wirkungsvoll verwehrt werden."

Höchst umstritten ist auch das Angebot, an den Automaten "Punktespiele" zu machen. Dabei werden Punkte "gekauft", die später zum Gewinn eingesetzt werden können. Allerdings umgehen die Aufsteller damit die gesetzlich vorgeschriebene Höchstspieldauer. Der Städtetag glaubt: "Diese Punktespiele erhöhen das Suchtpotenzial erheblich."

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