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WAZ: Die letzte Schlacht - Kommentar von Gudrun Büscher

Essen (ots) - Der Hilferuf aus Misrata, der belagerten und schwer umkämpften libyschen Küstenstadt, ist drastisch. Ohne ausländische Bodentruppen gehe es nicht weiter: "Wenn sie nicht kommen, werden wir sterben." Die Einschätzung der Rebellen deckt sich mit der der libyschen Machthaber. Von Tag zu Tag neige sich die militärische Waage zu Gunsten der Regierung, sagte Gaddafis Sohn, Saif al-Islam Gaddafi: "Wir werden gewinnen." Es gehört zu den traurigen Wahrheiten dieses Krieges, dass es genau danach aussieht. Gaddafis Truppen verschanzen sich hinter Frauen und Kindern. Sie beziehen Stellung in Wohnhäusern, nutzen Schulen und Moscheen als Basis für ihre Geschütze. So machen sie es der Nato unmöglich, aus der Luft einzugreifen. Es war klar, dass dieser Krieg aus der Luft nicht zu gewinnen ist. Am Boden aber will der Westen nicht mitkämpfen, schickt Militärberater statt Truppen. "Gaddafi muss weg" hatte sich die westliche Allianz zum Minimalziel gesetzt. Doch es gab nie eine Einigung, wie das erreicht werden soll. So wird Misrata zum Symbol dieses Krieges und könnte zum Schauplatz der letzten blutigen Schlacht werden.

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