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WAZ: Vorbild Käßmann. Kommentar von Miguel Sanches

Essen (ots) - Es ist nicht vorbei. Nun ist die Justiz dran. Und auch die Uni Bayreuth ist mit Karl-Theodor zu Guttenberg längst nicht fertig. Ihm und allen in der Politik möchte man zurufen: "Guckt euch Margot Käßmann an!" Von der Ex-Bischöfin kann man Schadensbegrenzung lernen.

Die CSU echauffiert sich: Einige in der Schwesterpartei waren nicht solidarisch mit Guttenberg. Stimmt. Annette Schavan und Norbert Lammert verhielten sich freilich nur rollengerecht. Ein Parlamentspräsident darf nicht parteiisch sein. Und Schavan: Die Wissenschaftsszene war längst in Aufruhr, als "ihre" Ministerin klare Worte zur Plagiats-Affäre fand. Schavan und Lammert hatten nur die Wahl, sich vor allen oder vor der CSU unmöglich zu machen. Sie sind sich selbst treu geblieben.

CSU-Chef Horst Seehofer hat gestern ein wenig gegrantelt. "Gut gebrüllt, Löwe!", werden sie in Bayern sagen. Damit sollte es auch gut sein. Etwas anderes müsste die Parteien umtreiben: Die Wahrnehmung der Bürger. Viele folgern aus der Affäre, man müsse nur lang genug graben, dann fände sich in jedem Keller eine Leiche. Das beschädigt alle. Es ist nicht vorbei, noch lange nicht.

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