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WAZ: Handwerk statt Show. Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Der Kontrast könnte schärfer kaum sein: Auf den schillernden Star Guttenberg folgt mit Thomas de Maizière einer der eher stillen und besonnenen Vertreter der Berliner Polit-Szene. Der CDU-Mann ist, obwohl aus der Not geboren, eine gute Wahl der Kanzlerin.

De Maizière hat es nicht nötig, sich an der Popularität seines Vorgängers messen zu lassen. Der Jurist verfügt über eine beachtliche Regierungserfahrung und genießt auch beim politischen Gegner viel Respekt für seine sachliche und umsichtige Art. Ihm ist zuzutrauen, die riesige Aufgabe, die die Umsetzung der Wehrreform darstellt, schultern zu können.

Auch de Maizières Nachfolger im Innenministerium ist einer der Stillen im Lande. Hans-Peter Friedrich gilt als effizienter Polit-Profi, dessen Stärken in der Arbeit hinter dem Vorhang der Berliner Bühne liegen. Dass mit Friedrich nach langen Jahren wieder ein CSU-Mann ins Innenministerium einzieht, beschert der zuletzt arg gebeutelten Partei zudem einen willkommenen Image-Gewinn.

Wenn die Vorzeichen nicht trügen, wird mit den beiden Personalien nach Guttenbergs Abgang eine neue Sachlichkeit in die Regierungspolitik einziehen. Manche mögen das langweilig finden. Aber solides Handwerk zählt allemal mehr als oberflächliche Show.

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