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WAZ: Lena und die Stimmung. Kommentar von Frank Preuß

Essen (ots) - Die Spielregeln im Showgeschäft ändern sich nicht. Wer hochgejubelt wird, muss wissen, dass man ihn sofort fallenlässt, wenn's mal hakt. Dass ausgerechnet jene, die bei den Lena-Festspielen im letzten Jahr völlig die Bodenhaftung verloren, nun den Überdruss beklagen, ist lächerlich, aber typisch.

Dabei gibt es wenig, was man der jungen Frau vorwerfen könnte. Dass sie ihre Unbefangenheit verloren habe, wird bemäkelt, als ob das nicht logisch wäre im Showgeschäft. Sie kann nicht zehn Jahre lang 18 bleiben. Ihre Stimme sei nicht variabel - was daran ist neu? Mag ja sein, dass sie ihre beste Zeit schon hinter sich hat, wir werden es erfahren, spätestens, wenn die Tournee läuft.

Dass die Stimmung kippen könnte, hängt eher mit dem augenfälligen Kalkül Stefan Raabs zusammen, sie besonders clever zu vermarkten. Man muss schon unbedingter Fan sein, um drei Lena-Abende samt unverfrorener Dauerwerbung für ihre CD unterhaltsam zu finden.

Wie schnell sich das Gefühl der Übersättigung einstellt, hat der erfolgsverwöhnte Macher offenbar unterschätzt. Dabei hatte er die Stunde ihres größten Erfolges nicht missbraucht, um sie in Bohlen-Manier ruckzuck zu verheizen. Es war ja eher sympathisch ruhig um sie. Aber die Begeisterung des Augenblicks lässt sich nicht dehnen. Das Publikum, das ständig nach neuen Sensationen giert, ist gnadenlos.

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