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WAZ: Nie mehr "Wetten dass . . .?" - Kommentar von Wilhelm Klümper

Essen (ots) - Wetten, dass Deutschlands beliebteste Show am Ende ist? Eine Wette, bei der ein Vater mit einer tonnenschweren Limousine mit 25 km/h auf seinen Sohn zufährt, der den drohenden Zusammenprall nur durch einen gewagten Salto übers Autodach vermeiden kann, ist schon reichlich abgeschmackt. Bereits bei den Proben ist der 23-jährige Wettkandidat mehrfach derbe gestürzt. Spätestens da hätten die ZDF-Verantwortlichen den darstellungsfreudigen Vater nebst Sohn nach Hause schicken müssen. Schnell, mutig und sensibel hat das Gottschalk-Team in der Livesendung aber auf den Sturz reagiert. Nachdem der Wettkandidat bäuchlings auf den Boden aufgeschlagen war und regungslos liegenblieb, schwenkten die Kameraleute sofort vom Unfallopfer weg ins entsetzte Publikum, und zwar ohne voyeuristisch auf einzelne Besucher zu zoomen. Wenige Minuten später wurde die Sendung unterbrochen, dann ganz beendet. Dabei fand der sichtlich geschockte Thomas Gottschalk den passenden Ton und die richtigen Worte. Gottschalks Stärke ist seine spitzbübische Leichtigkeit und Schlagfertigkeit. Deutschlands bester Showmaster hat mit der Sendung am Samstagabend seine Leichtigkeit, das Unschuldige und Lockere verloren. Schwer vorstellbar, dass er es sich antun wird, "Wetten dass . . .?" weiterzuführen.

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