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WAZ: Runder Tisch gegen Missbrauch - Jetzt müssen Zahlen her. Kommentar von Angelika Wölk

Essen (ots) - Was ist eine angemessene finanzielle Entschädigung für erlittenes Leid? Was soll ein Mensch erhalten, der in seiner Jugend in der Familie, in der Schule oder von dem Priester im Pfarrhaus sexuell missbraucht wurde? Ein Mensch, der heute vielleicht ein ganz anderes Leben leben würde, wäre er seinem Peiniger nie begegnet? Sind 5000 Euro angemessen, 50 000? Nein, mit keinem Betrag lassen sich die Qualen aufrechnen. Aber eine finanzielle Entschädigung drückt etwas ungeheuer Wichtiges für die Opfer aus, sie sagt: Dir wurde Unrecht zugefügt, wir gestehen das vor aller Welt ein und wir helfen dir, die Folgen dieses Unrechts zu verkleinern.

Ein großer Schritt für die Opfer. Deshalb müssen die Beteiligten des Runden Tisches gegen sexuellen Missbrauch die Entschädigung schnell klären. Die Opfer haben ein Anrecht darauf. Dass die Kirche dort als erste Gruppe zumindest ein Konzept dafür vorgelegt hat, ist lobenswert. Und es geht in die richtige Richtung. Am Runden Tisch galt sie als starrste Institution. Nun hat gerade sie andere unter Zugzwang gesetzt - wenn auch nicht ganz ohne Druck von außen.

Und dennoch: Ihr Konzept bleibt schmerzlich unfertig. Die Kirche muss nun endlich Zahlen auf den Tisch legen.

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