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WAZ: Marode ab Montage. Kommentar von Tobias Bolsmann

    Essen (ots) - Eine Schlaglochdichte, die  an die Dritte Welt erinnert - daran hatten sich Deutschlands Autofahrer wohl oder übel nach dem harten Winter gewöhnt. Aber "Marode ab Montage" wie auf der A 1? Das ist eine völlig neue (fehlende) Qualität.

    Die Ursachenforschung für diese desaströse "Lochnummer" könnte in mehrfacher Hinsicht Fehler offenbaren. Technisch: Flüsterasphalt, wie er auf der A 1 verwendet wurde, ist unter Experten nicht mehr unumstritten. Durch die offenen Poren kann Wasser eindringen und bei Frost zu Schäden führen. Wirtschaftlich: Mögliche Fehler könnten sich im ungewöhnlichen Finanzierungsmodell  des Public-Private-Partnerships verbergen.

    Ein Konsortium von privaten Unternehmen - in diesem Fall heißt es A 1-mobil - finanziert den Bau der Autobahn und darf zur Refinanzierung 30 Jahre lang Maut kassieren. Das beschert den beteiligten Firmen Einnahmen in Millionenhöhe. Damit am Ende nicht nur eine schwarze Null oder ein Minus steht, dürften die Unternehmen mit spitzem Stift rechnen. Sie werden versuchen, die Kosten gering zu halten. Ob beim Personal oder beim Baumaterial...

    Diese Finanzierungsmodelle sind genau zu durchleuchten. Gerade klamme Städte könnten ihrer Verlockung erliegen. Trotz der möglichen Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen.

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