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WAZ: Pokern bis zur letzten Karte. Kommentar von Gerd Heidecke

    Essen (ots) - Aller Voraussicht nach wird es bei Opel keine schnelle Lösung geben und kein frohes, von Arbeitsplatzsorgen freies Weihnachten. Denn GM-Boss Fritz Henderson bleibt seiner Linie treu. Der gemütlich wirkende 50-Jährige wird bis zur letzten Karte pokern. Der junge, beim "General" grau Gewordene kämpft auch um einen ehrenvollen Abschied in Obamas modernisiertem Staatskonzern "New GM". Aber diesmal wissen die anderen am Tisch, dass Fritz the Blitz nichts mehr in der Hinterhand hat. Noch ein neuer Investor, Insolvenz, diese Drohungen ziehen nicht mehr. GM hat seine Absicht offengelegt: Wir wollen Opel behalten. Und deshalb gibt es für Politik und Gewerkschaften nur eine Verhandlungstaktik: nicht bewegen. Kein Angebot über Arbeitnehmerbeteiligung, keine Zusage von Subventionen, kein Gezappel der Ministerpräsidenten, bis Henderson einen klaren Sanierungsplan vorlegt. Am besten noch länger, bis ihm das Wasser bis kurz unterhalb des Schnauzbarts steht. Dann steigen die Chancen, etwas zu retten. Nicht Antwerpen, aber größere Teile von Bochum, Eisenach und Kaiserslautern.

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