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WAZ: Zwangskastration - Volkszorn beschwichtigt - Leitartikel von Frank Preuß

    Essen (ots) - In Polen steht der Stammtisch mitten im Parlament. Frankreich fängt auch an, Gefallen daran zu finden. Chemische Zwangskastration für Kinderschänder, an der Weichsel beschlossen, an der Seine in Vorbereitung: Polit-Populisten beschwichtigen den Volkszorn. Das funktionierte auch schon im Mittelalter bestens. Richtete man die Täter hin, wäre man sogar noch sicherer vor ihnen. Im Ernst: Was passiert da mitten im Europa des 21. Jahrhunderts, das sich so gerne auf gemeinsame Werte verständigen möchte? Sind Menschenrechte plötzlich teilbar? Denn die, und das mag noch so schwer zu ertragen sein, die gelten auch für Kinderschänder. Sie gelten auch für Menschen, die sie selbst nicht geachtet haben. Wenn Polens Regierungschef von Kreaturen spricht, die mit Menschen ja nichts zu tun hätten, darf man ruhig entsetzt sein. Natürlich hat der Staat die Aufgabe, seine Bürger unter Wahrung der Rechte so gut wie möglich zu schützen. Dazu zählt, dass er rückfallgefährdete Täter in der Sicherheitsverwahrung belässt. Wenn es hier an der nötigen Konsequenz einmal gehapert hat, ist das unverzeihlich. Aber darauf darf man nicht hilflos reagieren.

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